Tagebuch Alpenexpedition 2010

Text von Albert

Am 28.,29. August 2010 fand in Mariazell der „Kick Off“ der großen Alpenwanderung 2010 statt. Vertreter einiger Naturschutzorganisationen und des Landes waren nach Mariazell gekommen, um der Veranstaltung beizuwohnen. Es wurden lokale Lebensmittel der örtlichen Produzenten im Rahmen eines Fair-Trade-Präsentation, organisiert von Gudrun Pflüger, angeboten und natürlich auch ausgiebigst verkostet. Peter Sürth, Wildtiermanager aus Deutschland und Organisator der großen Alpenwanderung 2010-2012 zeichnet sowohl für die Wanderung als auch, gemeinsam mit Gudrun Pflüger (Wolfsbiologin aus Österreich) und dem Kameramann Albert Ausosbsky (Universum-Dokumentationen), für die filmische Umsetzung und Dokumentation der Wanderung verantwortlich. Nach der Begrüßung und einleitenden Worten von Peter Sürth und Gudrun Pflüger und einer ausgiebigen Stärkung mit köstlichen Fair-Trade-Produkten ging’s dann los zur 1.Teiletappe von Mariazell ins rund 20 km entfernte Dürradmer.

Die erste Etappe ab 2010 führt entlang der österreichischen Alpen. 2011 führt die Expedition durch die Schweiz und entlang der italienisch/französischen Grenze bis zum Mittelmeer. 2012 ist die Expedition auf den Spuren der Wolfspopulation entlang der italienisch/schweizerischen Grenze und führt dann weiter nach nördlich bis zum deutschen Pforzheim. Thema dieses Projekts ist es bewusst zu machen, dass Wolf, Bär und Luchs künftig wiederum zunehmend Lebensraum in Europa für sich beanspruchen werden. Das Miteinander von Menschen und großen Beutegreifern, die Möglichkeiten zu schaffen, dass Wolf, Bär und Luchs wiederum Bedingungen vorfinden, die es ihnen erlauben eine gesunde und aus eigener Kraft lebens- u. überlebensfähige Population aufzubauen. Die Kommunikation darüber, wie wiederum eine Koexistenz zwischen Menschen und Tier erreicht werden kann, die letztlich über eine gesunde Artenvielfalt und deren Schutz uns allen zugute kommt, ist ein Ziel dieser „Großen Alpenwanderung 2010“.
Peter Sürth, ein erfahrener Wildtiermanager, hat zu dieser Vision der Koexistenz mit Wolf, Bär und Luchs viele interessante Lösungsmöglichkeiten und Ansätze und möchte im Rahmen dieser Wanderung vor allem die Diskussion und Kommunikation in den Vordergrund stellen. Er und Gudrun Pflüger möchten auf dieser Wanderung anhand von Beispielen in der Natur auftretende Problemstellungen im Zusammenleben von Menschen und großen Beutegreifern aufzeigen und Lösungen diskutieren. Vor allem künftige Generationen, die mit diesem Thema wohl noch intensiver befasst sein werden, sollen angesprochen werden. Entlang der Wanderroute sind Schulen und Jugendorganisationen aufgerufen Präsentationen zu gestalten, die die Gedanken und Ideen der Kinder und Jugendlichen zu diesem Thema zum Ausdruck bringen. Die so entstehende Ausstellung soll dann an ausgewählten Orten in den gesamten Alpen gezeigt werden.
Bei den Wanderungen mitzumachen ist ganz einfach. Unter
www.derwegderwoelfe.de findet man die gesamte Route mit den einzelnen Etappen zum mitwandern. Anmeldungen jederzeit möglich.“

Sonntag 29.August: Endlich nach langer Vorbereitung sind wir heute von Mariazell aufgebrochen. Genau genommen vom Biohof der Familie Eder. Denn dort haben wir ein Frühstück der besonderen Art vorbereitet. Ein Fair Trade Frühstück mit einheimischen Produkten der Mariazeller Genüsse. Journalisten waren eingeladen, aber die waren offensichtlich zu müde zwischen 8:30 – 10:00 zu erscheinen. Dafür war der WWF und der Naturschutzbund Steiermark vertreten und natürlich unsere Begleiter. Nach gutem Frühstück und vielen Gesprächen sind wir gegen 10:45 aufgebrochen nach Dürradmer. Eines kann ich ganz gewiss sagen. Eine unglaublich fantastische Landschaft im ständigen Wechsel der Waldstrukturen und hoher Artenvielfalt mit herrlicher Aussicht auf eine bewaldetet Alpenlandschafft. Der Bär Moritz streift ab und an noch durch das Mariazeller Land. Doch hier könnten mehr Bären, Wölfe und Luchse leben. Gudrun und ich sind begeistert, ebenso wie Ute, Albert, Heidi und unser Filmalbert mein Begleitteam Martin und Florian. Selbst der jüngste im Bund, Gudrun Sohn Conrad war Guter Dinge. 

Montag 30.August: Seit 3 Uhr morgens regnete es ununterbrochen noch bis in den Tag hinein. In Dürradmer lebt Veronica. Sie arbeitet als freie Biologin und ist im Bärenprojekt eingebunden. Sie hatte uns zum Frühstück eingeladen und wir konnten uns lange unterhalten. Als ich angekommen bin, hatte sie gerade noch eine Meldung bekommen, dass ein Bär ein Ölkanister geplündert hat. Pflanzenöl für Motorsägen. Der „Schaden“ lag allerdings drei Wochen zurück. Es war Moritz einer der letzten Bären die Österreich derzeit noch hat.

Unsere heutige Etappe, im Regen startend ging vorbei am Rüsterwald und dem Fadenkamp. Auf etwa 1650m angekommen, jetzt ohne Regen und Nebel, mussten wir mit einer kleinen Kletterpartie einem schmalen Pfad folgend in den Naturpark Steirische Eisenwurzen zu gelangen. Shira sieht sie zuerst, die Gämsen, die unterhalb von uns auf der steilen Wiese mit dem Langgras sind. Die Aussicht ist wiederrum absolut irre und Wald fast ohne Grenzen. Über einen steilen Abstieg durch den Wald kommen wir wieder auf die Talstraße und können gemütlich bis nach Wildalpen wandern. Allerdings fängt es wieder zu regnen an. Martin hatte schon eine Pension und einen Campingplatz gefunden. Wir waren heute wieder den ganzen Tag in einem für Bär, Wolf und Luchs gut geeignetem Bergwaldgebiet unterwegs. Wir sind von 9:45 – 17:45 gewandert. Am Abend haben wir in der Pension gegessen uns besprochen bevor Martin und ich uns einen Platz für die Nacht gesucht haben, gegen 21:30.

31.August: Martin und ich haben am Wagen unser Tarp als Regenschutz gespannt. Während Martin draußen unter dem Tarp schlief, war der restliche Platz etwas knapp und ich habe eine weitere Nacht auf der Rückbank im Bus verbracht. Es ist dort zwar trocken, aber ich kann mich nicht ganz ausstrecken und das wird auf Dauer ungemütlich. Es regnete die ganze Nacht. Als ich morgens aufgestanden bin, dachte ich es wäre schon 7 Uhr. Es wohl erst 6 Uhr, was mir aber erst um 7:20 aufgefallen ist. Es sah ganz nach einem absoluten Regentag aus und ich habe mich dazu entschieden, dass wir die Etappe von Hinterwildalpen nach Hieflau nicht wandern werden, sondern uns auf eine Filmaufnahme und Interviews konzentrieren werden. So hat die Gudrun mit Arbeitern in dem Gasthof sprechen können, während Ute und ich mich um den Conrad (Gudruns Sohn) gekümmert haben. Conrad hat ein besonderes geschickt darin im falschen Moment wichtige Kommentare beitragen zu wollen. Leider werden dadurch die Tonaufnahmen fast unbrauchbar. Zusätzlich haben wir noch mit dem Tourismusverband in Wildalpen gesprochen bevor wir nach Hieflauf aufgebrochen sind. Die Unwetterwarnung, die für die letzte Nacht angekündigt wurde erst in Hieflauf zu Realität. Es stürmte und regnete extrem stark. Trotzdem sind zum ersten abendlichen Vortrag etwa 30-40 Leute gekommen. Der Vortrag von der Gudrun über ihre Wolfserfahrung aus Kanada und meine Erfahrungen aus Rumänien ergänzen sich gut. Es war für uns eine Uraufführung, denn wir haben zum ersten mal gemeinsam einen Abend gestaltet. Vom Publikum sind unsere Vorträge gut aufgenommen worden.  Hier konnten wir auch ein paar unserer schönen Wolfsposter verkaufen. Es gab noch einige Gespräch nach dem Vortrag Erst gegen 23:Uhr konnte ich mir einen Schlafplatz suchen gehen. Es stürmte die ganze Nacht bis um 5Uhr morgens.

1.September: Nach der sehr stürmischen Nacht, die ich wiederum im Wagen verbringen durfte, war ich kurz nach 8:30 wieder an der Pension. Dort warteten schon die ersten Mitwanderer vom Nationalpark Gesäuse und ein lokaler Journalist. Von Hieflauf bis nach Radmer hatten wir eine etwas langwierige Asphaltstrecke. Schon in Hieflauf konnten wir wieder ungeschützte Schafe und Müllbehälter finden, die nicht Wildtiersicher sind. Von Radmer aus sind die beiden Studenten vom Nationalpark noch bis 13:20 mitgewandert. Dann mussten die beiden zurück und auch die Gudrun musste mit Conrad zurück. Sie muss noch heute nachhause fahren um sich um ihre kranke Hündin kümmern, die bei ihrer Mutter ist. Bis ich Tamsweg erreiche werde ich die Expedition ohne Gudrun fortsetzen.

Ich bin über den Sattel Brunnecksattel (1619m) gewandert. Kaum war ich allein finge es wieder zu regnen an und ich bin dann im T-Shirt im zügigen Tempo auf den Sattel. Weiter unten Stand 3Std. Das konnte nach meinem Gefühl nicht sein. Ich war dann in etwa 1 Stunde oben. Ohne weitere Pause bin ich direkt wieder runter gelaufen nach Kalwang. Auf dem Schild stand, dass es 4 Std. dauern würde. Als ich weiter unten eine große Esche erreicht hatte, habe ich das nasse T-Shirt ausgezogen und mir trockene und warme Kleidung angezogen. Die Strecke selbst war weniger schön, weil Rinde den gesamten Boden aufgerissen hatten und ich zum großen Teil nur über eine schlammige Wiese gehen musste. Nach nicht ganz 2 Stunden war ich in Kalwang und habe Martin und Florian bei den Einkäufen überraschen können. Von der Gemeinde ist uns die Wiese der Volksschule zur Übernachtung bereitgestellt worden. Sehr nett und ich kann endlich mal wieder ausgestreckt in meinem ganz neuen Tunnelzelt schlafen.  

2.September: Ach wie schön, man kommt morgens aus dem Zelt und der Himmel ist blau. Bei dem heutigen Weg von Kalwang nach Seckau muss ich die erste echte Barriere für Wildtiere queren. Die Bundesstraße, die Autobahn und Eisenbahn. Die Anzahl und Größe der Siedlungen nehmen zu. Das alles zusammen macht es schwieriger und es wird nur noch an einigen Stellen für Wildtiere möglich sein dieses Tal zu kreuzen. Meine Wanderung heute ging von Kalwang unter der Autobahn durch ins Hagenbachtal weiter in ein oberes Seitental und über nicht mehr wirklich existierende Pfade hoch zum Freudental auf etwa 1700m. Von dort vorbei am Kugelstein über den Kumpitzstein (1924m) nach Mariaschnee. Da ich allein unterwegs war, habe ich dafür nur etwa 5 Stunden benötigt. Es war die bisher längste und anstrengendste Etappe. Von hier oben sieht man, dass der Wald recht intensive forstwirtschaftlich genutzt wird und während im oberen Drittel der Fichtenwald typisch ist, ist der Fichtenwald in den unteren Lagen ein künstlicher Wald oft genug eine Fichtenmonokultur aus den vorigen Jahrzehnten. Solche Wälder stören weder Wolf, noch Bär noch den Luchs nachhaltig, die Konflikte mit den ganzen Wintergattern für das Rotwild sind allerdings vorprogrammiert. Die Wintergatter können mit dem Einzug der Wölfe nur schwer gehalten werden. Hier muss sich aus meiner Sicht grundsätzlich einiges ändern, sowohl im Forst als auch in der Jagd.

Bei Maria Schnee hat Albert auf mich gewartet und nach einigen weitere Filmaufnahmen sind wir nach Seckau runter, dem heutigen Tagesziel. Martin und Florian haben schon einen Platz für die Zelte von der Gemeinde Seckau zugewiesen bekommen. Seckau hat einen Vortragsabend vorbereitet. Es war eine kleine Gruppe von etwa 15 Gästen darunter einige Jäger und Naturwarte. Schon vor Beginn standen wir im Kreis und haben uns angefangen über den Wolf zu unterhalten. So wie in allen anderen Regionen, in denen ich bisher auf der Expedition war, war niemandem bewusst, dass die Wölfe zurückkommen werden, warum sie kommen und woher sie denn kommen sollen. Wie in Hieflauf auch wurde gemunkelt, dass die Wölfe eventuell ausgesetzt werden. Die Erkenntnis, dass Wölfe schnelle und fast unsichtbare Langstreckenwanderer sind wurde erst im Verlauf des Abends deutlich. Wenn auch noch nicht von allen Teilnehmern wirklich verstanden. Auf jeden Fall war es eine entspannte Gesprächsrunde. Wieder wurde es sehr still, als ich Übersichtsbilder von Brasov verglichen habe mit Bildern aus Österreich. Am nächsten Tag ist meine Strecke kurz, denn wir wollen in Knittelfeld spontan einige Leute ansprechen und deren Reaktionen dokumentieren.     

3.September: Der heutige Tag war sehr leicht. Von Seckau bin ich in etwa 2 Std. bis an den Rand von Knittelfeld gelaufen. Dort wurde ich für einige Filmaufnahmen an der Autobahn von Albert empfangen. Wir haben heute etwas Neues probiert. In Knittelfeld haben wir uns mit dem Bus in die Fußgängerzone gestellt und haben die Leute spontan befragt. Einige haben angehalten und erzählt, dass Sie von der Expedition in der Zeitung gelesen haben. Das spannende war, die Leute vor die Kamera zu bekommen und ins Mikrofon zu sprechen. Nachdem das Mikrofon ausgepackt war, sind viele im Bogen um mich herumgelaufen. Trotzdem konnte ich unter Mithilfe von Martin einige Gespräche führen. Mit Kindern, Jugendlichen mit einer Schamanin und mit einigen älteren Leuten. Der jüngste in der Runde, ein Bub hat ein Wolfsposter von mir geschenkt bekommen. Gegen 17:00 Uhr haben wir die Aktion beendet. Albert musste heute nachhause fahren, um einen anderen Auftrag zu beenden. Er stößt in Gmünd wieder zu uns. Wir übernachten heute auf einem Campingplatz mit richtig nobel aussehenden Duschen. Morgen kommt die letzte Fußetappe bis Reichenfels am nördlichen Rand von Kärnten.

4.September: Der Horror eines jeden Hundebesitzers. Um mir den Weg zu sparen vom Campingplatz zum zur Wanderstrecke habe ich dieses Stück mit dem Wagen überbrückt. Kaum das Shira (meine Hündin) und ich losgelaufen sind und noch in Sichtweite der Straße und unseres Busses waren, kam ein Gewitter und Donner. Shira hat Angst vor dem Gewitter und konnte sich losreisen, ist geradewegs zurückgelaufen, doch Martin ist in dem Moment losgefahren und hat die Situation nicht bemerkt. Nicht nur dass mehrere Autos und ein LKW auf unserer Wanderstrasse an ihr vorbeigefahren sind, sondern sie ist unten 300m von mir entfernt noch über die Hauptstraße gelaufen. Auf meine Rufe hat sie nicht reagiert. Das Herz ist mir stehen geblieben. Als ich an der Straße war konnte ich Sie mit Handzeichen dazu bringen sich hinzulegen und nicht wieder über die Straße zurück zu mir zu kommen. Das waren schreckliche Momente. Wir haben das Gewitter unter einem Unterstand für den Müll abgewartet und sind dann über St. Georgen nach Reichenfels gewandert. Die Strecke selbst war einfach, meistens auf den Dorfstraßen. Unterwegs konnte ich mich noch mit einem Bauer über Wolf und Co. Unterhalten. Sein junger Hund war mir gefolgt und wollte unbedingt mit der Shira spielen. Der Bauer hat in der Rückkehr der Wölfe keine nennenswerten Probleme gesehen.

Die Wälder von Mariazell bis hier haben sich drastisch geändert. Bei Mariazell waren es noch schöne Mischwälder mit hoher Artenvielfalt. Hier sind es fast nur noch Fichtenwälder mit einem zunehmenden Bestand an Lärchen. Sehr arm an Arten, was den Konflikt insbesondere mit den Hirschen und den Wintergattern deutlich verschärfen dürfte. In Reichenfels sind wir von der Stadträtin eingeladen worden und konnten unsere Zelte in ihrem Garten aufbauen. Wir haben uns bis gegen 22:00 über Wölfe, Bären, Luchse und viele andere Dinge unterhalten. Sie wird uns hier auch zukünftig helfen, um die Schulen anzusprechen oder einen Abendvortrag zu organisieren. Toll!

5.September: Aus meinem Tarp heraus konnte ich den blauen Himmel schon sehen. Es war frisch, etwa 6°C die Nacht und ich habe wunderbar geschlafen. Die erste Etappe mit dem Rad: Primäre für meine Expeditionen. Nach der Radkarte geht es eigentlich nur abwärts oder flach. Im Kompletten Radlerlook fahre ich kurz vor 9 los, nach der Verabschiedung und der Übergabe eines Faire Trade Kaffees von EZA an unsere Gastgeber. Es will von Reichenfels über Wolfsberg nach Lavamund und von der dem neuen Drauradweg bis Völkermarkt folgen. In Wolfsberg war ich schon nach 1 Stunde, noch vor Martin und Florian. Nach einer warmen Schokolade ging es dann weiter. Ich hätte auch der normalen Straße folgen können, dann wären es noch etwa 30km gewesen also insgesamt 60km. Das war mir zu kurz, deswegen den Bogen über Lavamund an der Grenze nach Slowenien. Tja, leider bin ich entweder zu blöd die Radwegmarkierungen zu sehen oder ich fahre zu schnell. Jedenfalls hatte ich konstant Probleme auf dem richtigen Radweg zu bleiben. Es ist ja auch saublöd, wenn er teilweise extrem gut ausgewiesen ist, und dann plötzlich nur noch ganz schlecht oder unsichtbar. Nach insgesamt 60km war ich in Lavamund und haben meine Mittagspause gemacht. Das erste Stück auf dem Drauweg war leicht zu erkennen, dann ging es über eine moderne Hängebrücke und kurz danach verlor ich den richtigen Weg. Meine Karte hat mir nicht wirklich weitergeholfen, weil genau dieses Stück nicht drauf war. Das Resultat, ich habe nach einigen Irrwegen Völkermarkt erreicht bin aber insgesamt 100km in etwa 4,5Stunden Fahrzeit und mein Hintern ist noch nicht wund. So weit können Wölfe in einer Nacht laufen. Irre. Ich bin sicherlich nicht untrainiert, aber dafür benötige ich ein Fahrrad und relativ flaches Gelände.   

6.September: Der Tag fängt gut an, es regnet. Um 7 Uhr war noch alles trocken, selbst das Tarp. Dann fing es ordentlich an zu regnen. Radfahren im Regen. Klasse. Geplant ist dem Drauradweg weiter zu folgen bis kurz vor Fillach an den Faaken See. Geschätzt etwa 60-65km. Ich hatte die Regensachen an und gerade getestet, da hört es wieder auf zu regnen. Ein Glück es blieb dabei für heute. Allerdings war es grau und trüb. Nun gut, also los ging es. Martin und Florian wollten über den Wörthersee fahren. Als sie am Faaker See waren, waren alle Plätze auf allen umliegenden Campingplätzen wegen einem Bikertreff belegt und sie mussten bis zum Ossiacher See ausweichen. Gerade noch rechtzeitig bekam ich die sms. Für mich bedeutete es insgesamt wieder 102km die ich gefahren bin. Jetzt merke ich langsam meinen Hintern.  Trotzdem eine schöne Radstrecke. Rechts und links vom Drautal sind die Berge überwiegend mit Mischwald bedeckt und erscheinen mir relativ gut geeignet für Wolf und Co. Die Übersichtskarte zwischen Villach und Völkermarkt belegt meinen Eindruck auch.

7.September: Ich hatte mein Zelt so aufgebaut, dass ich die gesamte Nacht über den Ossiacher See schauen konnte. Wunderbar. Allerdings setzte um 5 Uhr morgens wieder ein leichter Regen ein. Irgendwie werden wir vom Regen und von der Feuchtigkeit nicht verschont auf der Expedition bisher. Da der Regen im Verlauf des Morgens noch kräftiger wurde, sind wir zunächst nach Villach gefahren, um neues Hundefutter zu kaufen und ich habe noch einiges an Morgenpost und Kommunikation erledigen können. Erst gegen 10Uhr bin ich kurz nach Villach wieder mit dem Rad aufgebrochen direkt auf den Drau Radweg nach Spital. Anfangs mit kompletter Regenmontur, die ich aber schnell wieder ausgezogen und auf den Gepäckträger gepackt habe. Es nieselte nur noch ganz leicht und hörte dann ganz auf. In St. Peter kurz vor Spital haben Martin und ich uns verabredet. Das waren etwa 34km. Dort wollten wir noch ein paar Filmaufnahmen machen und ich musste nochmals ans mobile Büro. Ich bekomme langsam das Gefühl, dass ich auf der Expedition fast ebenso viel am Computer hänge wie wenn ich zuhause in meinem Büro bin. Sehr nervig.  Das hängt damit zusammen, weil viele lange im Vorfeld angesprochenen Partner ausgesprochen träge wirken und das Thema Wolf, Bär oder Luchs offensichtlich nicht richtig anpacken wollen oder niemanden von außen in die lokalen Situationen hineinlassen wollen.

Von St.Peter ging es durch Spital entlang der 99 bis nach Gmünd. Das sind etwa 20km. Ich dachte, jetzt kommen einige Steigungen und hatte geschätzt, dass ich etwa 1,5 – 2 Stunden benötige, wenn ich unterwegs noch Fotos mache. Ich war in weniger als 1 Stunde in Gmünd. Die Steigungen sind nur leicht und unterwegs hat sich mir eine Rennradfahrerin angeschlossen und wir sind die letzten 6km zusammengefahren und haben uns unterhalten bei Tempo 25-30km/h. Auf den Bildern sieht es immer so einfach aus einen Übernachtungsplatz zu finden. Das stellt sich meistens als echte Herausforderung heraus, insbesondere wenn wir keinen Campingplatz nutzen. Mittlerweile wird es gegen 20Uhr schon dämmerig und um 21Uhr ist es richtig dunkel.

8.September: Der Nebel hebt sich und wird durch die Morgensonnen rötlich erleuchtet. Die umliegenden bewaldeten Berge scheinen durch den Schleier hindurch. Das war mein morgendliches Bild vom Lager aus. Pünktlich breche ich mit dem Rad auf fahre an Gmünd vorbei und zum ersten Mal geht es merklich berghoch, wenn auch noch relativ flach bis nach Krems. Unterwegs muss ich schon gleich wegen zweier Anrufe anhalten. Ab Krems folge ich der Straße nach Innerkrems und möchte über den Pass und über Schönfeld fahren. Bei Krems sollte Martin nochmals auf mich warten, für den Fall, dass sich das Wetter ändern sollte oder ich noch etwas aus dem Fahrzeug benötige. Dort angekommen erwartet mich auch gleich die Kamera, denn Albert ist ebenfalls wieder dabei. Bis nach Innerkrems sind es noch 10km die jetzt allerdings deutlich aufwärts gehen. Ich komme noch mit einer Geschwindigkeit von etwa 12km/h voran. Für die Filmaufnahmen muss ich mehrere kurze Stücke mehrfach fahren. Anstrengend wurde es als ich auf dem steilen Stück von Innerkrems nach Schönfeld in den Serpentinen die steilste Kurve nochmals fahren muss. Pünktlich zur Mittagspause ist es geschafft und ich bin auf knapp über 1700m Höhe angekommen. Vor mir eröffnet sich ein wunderschönes Tal mit einem Hochmoor, Zwergbirken und Zirben. Das ganze Tal ist kurz davor in allen Herbstfarben prächtig zu leuchten. Schon während der Pause fängt es an zu regnen und wir machen uns auf den Weg hinab ins Murtal bis nach Tamsweg. Es hat wirklich viel Spaß gemacht mit dem Centurion Rad und den dicken Reifen diese Straße abwärts zu rollen. Die Löcher und Unebenheiten, die Risse und Buckel haben praktisch nicht gestört.

Gegen 16:45 kam Gudrun nach Tamsweg und wir wollten noch schnell einen Almwirt besuchen, der im vergangenen Jahr Probleme mit einem Wolf hatte. Danach mussten wir schnell zurück zum Knappenwirt um unseren Abendvortrag ab 19Uhr halten zu können. Das haben wir zeitlich nur so eben geschafft, doch dann wurde der Abend mit Gesprächen noch sehr lang.

9.September: In der Nacht habe ich nicht besonders gut geschlafen, Vielleicht deswegen, weil ich wusste, dass ich heute den Tauernpass überqueren muss, und alle schon erzählen wie schwer das sein wird. Vielleicht auch deswegen, weil ich mal wieder im Auto schlafen musste und die Beine dort nicht wirklich ausstrecken kann. Zusätzlich hieß es, es werde stürmisch und sehr regnerisch werden. So war es in der Nacht, doch am Morgen hatte ich beim Spaziergang mit der Shira eine schöne Aussicht über Tamsweg und die umliegenden Berge. Das Wetter schien doch etwas besser zu werden als es angekündigt war.

Nach einem weiteren Bio – Faire Trade Frühstück mit einr lokalen Landwirten, die noch den traditionellen Lungauer Roggen anbaut und einem Journalisten sind wir aufgebrochen. Heute fährt Willi mit, ein mutiger der mich mit dem Rad begleiten will und den Verein Fair zum Bär gegründet hat. Bis Zweng waren nur geringen Steigungen. Ab dort ging es hoch nach Obertauern auf über 1750 hoch. Ein langer Anstieg und auf einer stark befahrenen Strasse. Ab Zweng haben Willi und ich uns abgesprochen, dass jeder sein eigenes Tempo hochfahren sollte. Mit meinem Mountainbike war ich etwas schneller als er. Nach 8km kam ich oben an und Willi ein paar Minuten später. Dann fing es an zu regnen und wir konnten diese Pause zum Auftanken nutzen. Die Abfahrt war rasant. Dabei haben wir noch einen Zwischenstopp für den Film eingelegt, um Aufnahmen zu machen, wie wir unter einem Wasserfall hindurchwandern. Albert hat uns auf der gesamten Strecke immer wieder mal angehalten für die eine oder andere Filmaufnahme. Gegen 16:00 waren wir unten bei der Gudrun zuhause in Altenmarkt und haben uns auf den abendlichen Vortrag vorbereitet im Kulturhaus.

10. September: Der Morgen beginnt gleich mit dem nächsten Frühstück für Journalisten in Altenmarkt. Radio, lokale Presse und sogar der Bürgermeister ist gekommen.  Weil ich noch die lange Radetappe von Altenmarkt bis Ramsau Am Nationalpark Berchtesgaden vor mir hatte musste ich vor dem Frühstücksende aufbrechen und Gudrun mit den Journalisten allein lassen. Wille wollte schon mal vorfahren und hatte fast 1 Stunde Vorsprung. Die Strecke führt von Altenmarkt durch das Lammertal über Abtenau, von dort runter vorbei an Salzburg und von Hallein nach Berchtesgaden und weiter nach Ramsau. Die letzten beiden Tage hatte ich eine Strecke von etwa 65km und 55km bewältigt, dafür über hohe Pässe. Heute waren es wieder knapp über 100km.

Unterwegs nach Abtenau habe ich einen Bären getroffen. Er war aus Stroh. In Abtenau haben die Mitglieder des österreichischen Alpenvereins den Wagen gesehen und Martin direkt angesprochen. Ich war mit den Leuten schon per Email in Kontakt und wir hatten darüber gesprochen in Abtenau eine Pause zu machen und uns bei einer Stärkung in lockerer Runde zu unterhalten. Das hat wunderbar funktioniert. Die Meinung am Ende war, dass ich Informationen vermitteln konnte, die man so noch nicht gehört hatte. Dann ging es weiter und Willi hatte mir noch eine Spur von Bibern gezeigt die langsam Richtung Königsee ziehen. Ein alter abgenagte Baum und ganz frische Spuren konnten wir entdecken.

In Ramsau angekommen, war der Geschäftsführer der Tourismusinformation für ein Interview bereit. Im Cafe haben wir uns dann über Wölfe und verschiedene Themen unterhalten. Dabei wurde durchaus die Skepsis geäußert, ob Wölfe oder Bären von der Bevölkerung akzeptiert werden würden. Gleich nach einem leckeren Eis sind wir zu einem Bauernhof gefahren um für Albert, Martin und Florian ein Zimmer zu organisieren. Die Familie kam dann spontan zu mir und wir haben uns über Wölfe, Bären, Luchse und über die Landwirtschaft, die Schafe etc. unterhalten. Eine klare Aussage des Landwirtes, klar die Wölfe werden irgendwann zurückkommen. Es sind ja wir Menschen, die den Tieren alles wegnehmen und die Wölfe ausgerottet haben. Außerdem sind schon immer mal Wölfe irgendwo aufgetaucht. Die Leute waren dem Thema gegenüber offen und ehrlich. Ich empfand es als sehr erfrischend und lehrreich für beide Seiten. Ich bin gleich eingeladen worden neben dem Stall zu übernachten.

11.September:

Florian ist heute nach 2 Wochen wieder nachhause gefahren, und Mona die Freundin von Martin ist dazugekommen. Heute ist der letzte Tag mit dem Rad, dieser Expedition. Vom Bauernhof ging es vorbei am Hintersee über den Hirschpichel Pass wieder nach Österreich nach Weißbach bei Lofer. Die Straße zum Hirschpichel hoch wo so steil, dass ich an einer Stelle schieben musste. Bei jedem Tritt in die Pedale hat es mir mein Vorderrad angehoben. Allerdings war ich zu Fuß etwa so schnell wie wenn ich gefahren wäre. Auf der anderen Seite ging es noch steiler hinunter.

Der Naturpark Berchtesgaden hat einen Nachmittag für Kinder organisiert und um 15Uhr waren tatsächlich 15 Kinder an der Schule und ich habe ihnen über Wölfe und Bären erzählt, mit ihnen Gipsabdrücke gemacht und ein Wolfsheulspielchen. Am Abend haben wir einen Vortrag machen können, zudem viele der Kinder wiedergekommen sind und lokale Jäger. Das fand ich sehr gut. Gleich wurden die möglichen Konflikte mit den Rotwildfütterungen im Winter angesprochen. Jedenfalls wurde der Abend auch lange und erst gegen 22Uhr konnten wir unser Lager aufschlagen.

12. September: Um 8:30 kam unser Student Florian aus Wien an. Er will für eine Woche mit wandern, um mehr über Wölfe zu lernen. Gudrun und Conrad sind wieder dabei und Willi und Rosmarie vom Verein Fair zum Bär sind dabei. Also mit einer großen Gruppe wandern wir über den Römersattel nach Hochfilzen. Die Strecke ist recht einfach hat einen Anstieg von etwa 800m auf knapp unter 1200m. Wenig dramatisch aber ganz nett. Ärgerlich waren eher die ganzen Mountainbiker, die uns auf dem Wanderweg ständig entgegengekommen sind. Auf der anderen Seite ging es durch ein Truppenübungsgeländer erst auf Schotter dann auf Asphalt wieder runter. Eine junge Kreuzotter lag auf dem warmen Schotter. Leider war sie zu schnell weg und ich konnte sie nicht fotografieren.   Hochfilzen liegt etwa 980m hoch. Martin hat organisieren können, dass wir neben dem Sportplatz übernachten können. Gudrun, Albert, Willi und Rosmarie sind in der Pension gegenüber. Dabei hat Gudrun festgestellt, dass der Pensionsinhaber ein alter Bekannter ist den sie aus ihrer Zeit als Hochleistungsportlerin kennt. Bemerkenswert ist, es hat den zweiten Tag in Folge nicht geregnet und wir hatten heute einen sehr sonnigen Tag. In der Nacht wird es teilweise schon recht kühl, und langsam beginnt das Laub sich zu verfärben.

13.September: Wir haben die Nacht an dem Sportplatz des FC Hochfilzen verbracht. Martin und Mona im Zelt und Florian und ich unter dem überdachten Partyplatz am Vereinsgebäude. Eine sternenklare Nacht bis es gegen 4 Uhr morgens zu regnen begann. Dann musste ich auch ganz unter das Dach umziehen. So ging es dann auch in dem Morgen, mal wieder mit Regen. In voller Regenmontur sind wir gegen 9:30 aufgebrochen. Als wir an der Eisernen Hand vorbei das Tal Richtung Burgeralm hoch sind hatten wir ein wunderbares Stimmungsbild mit den Nebelfetzen, der durch den Wald nach oben zog. Albert konnte mit dem Wagen bis zur Mittagspause hochfahren und hatte einige Aufnahmen unterwegs und bei unseren Gesprächen in der Mittagspause machen können. Wir mussten die alte Holzbank umstellen, denn direkt dahinter war ein kleines Wespennest. Als es dann wieder anfing zu regnen, war die Pause vorbei und wir haben uns auf den Weg gemacht nach Saalbach. Wir haben einen wirklich schönen Waldweg gefunden mit Blaubeeren, Brombeeren, romantischen kleinen Gebirgsbächen. Ich hatte ständig das Gefühl, hier müsste eigentlich jederzeit ein Bär oder Wolf auftauchen. Als ich die Planungen gemacht hatte, dachte ich Saalbach und Hinterglemm seien kleine Dörfer. Es sind reine Winterskiorte der Kitzbühler Alpen, die wir ja gerade durchqueren.  Die Wälder sind deutlich stärker zerschnitten als in den bisherigen Regionen, in denen ich war. Trotzdem ist alles, also die Wälder und die nur wenig stark genutzten Landschaften, noch so weitläufig, dass es für Wolf, Bär und Luchs nutzbar wäre.

Martin konnte keinen wirklich geeigneten Ort für unsere Übernachtung finden. Wir haben uns das Talende gemeinsam angeschaut und haben uns dann für das Wartehäuschen der Bummelbahn die in den Vogelalpgraben fährt entschieden. Morgen soll das TV kommen und wir müssen über 2000m hoch über den Berg nach Mittersill. 

14.September: Das Wartehäuschen wurde mir zu eng, um dort noch ebenfalls zu übernachten und ich zog es vor im Wagen zu schlafen. Der Morgen brachte die Sonne, worüber ich bei der Überquerung von hohen Bergpässen immer glücklich bin. Zunächst musste ich aber Gudrun, Willi und Rosmarie aus Hinterglemm abholen. Von den Salzburger Nachrichten und um 8:30 war auch schon von den Salzburger Nachrichten der Journalist für das Internet TV da. Nach diesen Aufnahmen und Interviews konnten wir uns auf den Weg machen zur Murnauer Scharte auf fast 2000m Höhe. Albert folgte uns noch und wir konnten noch einige weitere Aufnahmen für den Film machen. Der Anstieg war deutlich leichter als von mir erwartet und pünktlich zur Mittagspause waren wir oben. Die Aussicht war gewaltig in die verschneiten Berge des Nationalpark Hohe Tauern.

Von allen Regionen, die ich bisher in Österreich gesehen habe, erscheinen mir die Kitzbühler Alpen, speziell im Einzugsbereich der Wintersport und Tourismusregionen als weniger gut geeigneten Lebensraum für Wolf, Bär oder Luchs. Das sind glaube ich eher Regionen die gelegentlich mal besucht werden und in einem Wolfsrevier eine gewisse Randfunktion hat.

Beim Abstieg nach Mittersill in das große Tal parallel zum Nationalpark, konnte man deutlich sehen wo die Waldstrukturen und die Besiedelung im Tal östlich und westlich von Mittersill erstrecken. Die hohen Berge des Nationalparks sind natürlich kein bevorzugter Lebensraum für Wolf und Luchs, aber gut geeignet als Winterquartier für Bären und wenn z.B. die Blaubeeren über der Baumgrenze reif sind als Nahrungsresourcen. Wölfe und Luchse würden sich eher auf die unteren Waldregionen und entlang der Täler aufhalten. Wir man auf dem Bild sieht, befinden sich die Wälder insbesondere entlang der Flanken, außerhalb des Nationalparks. Dort würden Wölfe und Luchse zurechtkommen und gelegentlich auch die oberen Gebirgsregionen besuchen. Ob sich eine ähnliche Anpassung ergeben wird wie in den französischen und schweizer Alpen, in denen die Wölfe scheinbar viel oberhalb der Baumgrenze aufhalten bleibt abzuwarten. Wichtig erscheint mir hier, dass das Tal von Wildtieren auch zukünftig durchquert werden kann. In der lokalen und überregionalen Landesplanung muss man darauf achten, dass die Siedlungen und Dörfer nicht so zusammenwachsen, dass es kaum noch Durchlässe gibt. Solche Beobachtungen habe ich in anderen Ländern speziell in den Tälern machen können.  In den nächsten zwei Tagen werden wir uns einen Eindruck direkt im Tal entlang der Salzach verschaffen können.

Am Abend hatten wir noch einen Vortrag im Hotel Bräurupp in Mitersill, die uns freundlicherweise einen Raum zur Verfügung gestellt haben. Wie ich über mehrere Ecken erfahren habe, kam vom Nationalpark eine Art Anweisung, dass die Mitarbeiter den Vortrag von Gudrun und mir zum Thema Rückkehr der Wölfe nicht besuchen sollen. Die Nationalparkleitung der Hohen Tatra des Salzburger Teils hat Bedenken das Thema Rückkehr des Wolfes (und Große Beutegreifer) offen anzusprechen und scheint zu glauben, dass die Bevölkerung für solche vorbereitende Gespräche und Gedanken noch nicht bereit ist. Trotz der vielen Informationen direkt an die Nationalparke und den Berichten in den Medien, will der Nationalpark nicht wissen, welche Ziele wir mit der Expedition verfolgen und will uns deswegen nicht unterstützen. Ich persönlich finde es irritierend, zumal bekannt ist, dass Wölfe schon seit Jahren verstärkt in Österreich herumstreifen. Aus meiner Sicht sollte es der Bildungsauftrag eines Nationalparks sein, alle Menschen in deren Einzugsgebiet auf die Rückkehr der großen Beutegreifer rechtzeitig vorzubereiten. Aus Sicht des Wildtiermanagement ist es sogar ein „Muss ohne wenn und aber“. Es ist ja nicht der Nationalpark, der die Tiere zurückbringt, sondern es sind die Informationen, dass z.B. Wölfe weite Strecken wandern und jederzeit aus mehreren Richtungen ganz Österreich (Deutschland und die Schweiz) erreichen können.

15.September: Die heutige Etappe ist eher einfach, dafür länger. Wir wandern entlang der Salzach von Mittersill bis nach Wald im Pinzgau. Wir waren anfangs sehr bummelig und hatten schon im ersten Dorf, in Hollersbach eine lange Pause. Das Wetter ist sehr angenehm. Der Nachteil ist, dass wir recht häufig auf Asphaltierten Straßen/Radwegen laufen müssen. Zwischendurch konnten wir auf Waldwege ausweichen und dort haben wir dann auch mal Spuren von Hirschen, Fuchs und vom Dachs gefunden.  Leider hatte ich meine Kamera im Wagen vergessen, die ich erst in der Mittagspause wieder hatte. Die dicke Raupe, die uns mehrfach über den Weg gerobbt ist, sieht schön aus, war im alten Rom eine Delikatesse und ist ein Weidenbohrer.

Was jetzt deutlicher wird als gestern vom Berg ist, wie schwer oder leicht das Salzachtal von großen Säugetieren durchquert werden könnte. Zwischen den Dörfern gibt es theoretisch gesehen genügend Raum für einen Wechsel. Die Straße und Eisenbahntrasse stellen zwar ebenfalls eine gewisse Barriere dar, doch die ist überwindbar. Die Salzach selber ist teilweise so sehr kanalisiert und mit steilen befestigten Ufern und Hochwasserschutzmauern versehen, dass es schwierig sein könnte. Auf der anderen Seite haben neuere Renaturierungsprojekte und Überschwemmungsgebiete bei Hochwasser mit kleineren Feuchtbiotopen die Salzach stellenweise aufgelockert bzw. leichter durchquerbar gemacht. Das Bild mit den Sonnenblumen zeigt eine solche Stelle. In Wald im Pinzgau hat Martin ein super Lagerplatz gefunden an der Salzach an einem Holzlagerplatz mit Erlaubnis des lokalen Försters. Wir haben es nur bis Neukirchen geschafft, wo uns Martin abholen musste. Zum ersten Mal hatten wir auch einen Lagerabend, an dem alle beisammen waren.  

16.September: Es regnete immer mal wieder, und zwar heftig. Willi hat mich am frühen morgen angerufen, weil er mir mitteilen wollte, dass im Sumava Nationalpark angrenzend zum Böhmer Wald ein Wolfsrudel mit Welpen entdeckt worden ist. Sehr gut und es war zu erwarten. Außerdem steht in den Salzburger Nachrichten ein Artikel über die Expedition mit einem Kommentar des Nationalparkleiters Hohe Tauern, dass eine künstliche Wiederansiedlung von Wolf, Bär und Luchs nicht unterstützt werden würde, aber eine Aufklärung über die natürliche Rückkehr der Wölfe in österreichweit erfolgen müsste. Dazu kann ich nur sagen mein Reden, und so unverständlicher ist seine Haltung das meine Expedition nicht unterstützen zu wollen.

Gerade als Gudrun und Albert um 8:30 angekommen sind, fing es wieder an aus Eimern zu schütten. Glücklicherweise hatten wir unser Tarp am Auto noch abgespannt. Wir sind dann zunächst zu dem berühmten Wasserfall bei Krimmel gefahren und haben dort einige Aufnahmen gemacht. Das ging zwar ohne regen bis wir zum Auto zurück wollten. Vom Parkplatz gingen wir dann los durch Krimmel auf der Suche nach dem richtigen Weg zum Gerlospass und es hörte komplett auf zu regnen. Gudrun hat eine Bäckerei entdeckt, bei der wir spontan ein zweites Frühstück organisiert haben.

Wir hatten einen sehr steilen Aufstieg zur Gerlosplatte und dem Hochmoor, doch der Rest des Weges war einfach und schön. Parallel zur alten Straße über den Gerlospass vorbei an Königsleiten und dem Speichersee Durlassboden. Nach dem Damm ging es runter durch Gerlos und auf einem schön angelegten Lehr- und Erlebnispfad bis nach Gmünd. Martin hatte es geschafft in dem engen Tal einen Lagerplatz zu finden, obwohl sowohl Forst als auch Gemeindeverwaltung meinten, dass es nicht möglich sein irgendwo zu campieren für eine Nacht. Das muss immer wieder eine nervende Sache sein, einen solchen Platz zu finden. Meinen großen Dank an Martin. 

17.September: Die Nacht war ok, der morgen beim Frühstück auch noch und dann fing ein leichter Nieselregen an, der immer stärker wurde. Gudrun ist mit dem Conrad nicht im Regen bis auf über 2300m mitgekommen und auch Mona wollte bei dem Wetter lieber aussetzen. Sehr verständlich. Florian und ich sind im strömenden Regen losmarschiert mit der Hoffnung, dass der Regen irgendwann nachlässt. Wir musste zunächst bis zum Schwarzbachtal auf der Straße laufen und dann ins Tal. Kaum waren wir dort angekommen und es ging bergan, hörte der Regen auf. Sehr praktisch. Schnell kommen wir in so dichten Nebel, dass trotzdem alles nass wird. Einige Serpentinen weiter oben, geht es durch die Nasse und von Rindern zertrampelte und matschige Wiese weiter. Sichtweite höchstens 50m. Dafür waren die Herbstfarben der Beerensträucher sehr schön zu sehen. Unten stand ein Schild 4 Std. bis zum Joch. Die Feuchtigkeit hat uns wohl angetrieben, wir waren nach etwa 2,5Std oben. Eine kurze Pause reichte und schon ging es wieder runter vorbei an der Kogel Hütte und durch Brandberg. Dort waren dir dann auch endlich wieder aus dem Nebel raus und wir wollten eine Leckerei im Dorfladen kaufen, den wir leider nicht gefunden haben. Also sind wir gleich über einen Waldweg bis Mayrhofen gewandert und konnten uns dort verköstigen. Als ich im Laden war und Florian auf die Shira aufgepasst hat, kam wohl eine weiße Schäferhündin von hinten und hat sich auf die Shira gestürzt. Ich habe im Laden die Rauferei und das Bellen von der Shira gehört und versucht so schnell wie möglich wieder herauszukommen. Dann war aber alles schon vorbei. Die Schäferhündin, doppelt so groß wie Shira, hatte wohl nicht mit Shiras Reaktion und Erfahrung gerechnet. Florian hat mir erzählt, dass Shira so schnell reagiert hatte und die angreifende Hündin sofort im Griff hatte, obwohl Shira selber an der kurzen Leine war. Shira ist halt kein wehrloses Schoßhündchen, sondern lässt sich nichts gefallen. 15 Min weiter war ein Brunnen, aus dem die Shira Wasser trinken wollte. Direkt dahinter ist unser Campingplatz. 

18. September: Schlecht geschlafen habe ich diese Nacht. Nicht nur weil es bis zum frühen Morgen durchgehend geregnet hat, sondern weil mir viele Gedanken durch den Kopf gegeistert sind. Nach dem Frühstück sind wir nach Ginzling zum Naturparkhaus Zillertal gefahren. Um 10Uhr ist eine Exkursion für die Ranger geplant. Nina vom Naturpark hat alles vorbereitet und es kamen einige Ranger und Bergführer. Die Exkursion ging schon gleich am Anfang los, im Dorf. Gudrun und ich haben abwechselnd erklärt welche verschiedenen Aspekte im zukünftigen Umgang mit Wolf, Bär und Luchs zu berücksichtigen sind und wie man sich verhält, wenn man diesen Wildtieren begegnet. Wir kamen mitten in den Almabtrieb der Rinder hinein. Die Rinder waren geschmückt und hatten mächtige Glocken. Wir konnten kaum ausweichen und Shira hat Panik bekommen. Nur mit Mühe konnte ich Shira im Nacken festhalten. Danach ging es einen recht steilen und felsigen Weg hoch bis zur Maxhütte. Obwohl es nur eine recht kurze Strecke ist, haben wir wegen der Gespräche und Filmaufnahmen lange gebraucht. An der Hütte wurde auch der Hüttenwirt neugierig und wir hatten ein nettes Gespräch mit ihm. Seine Meinung war ganz klar, so früh wie möglich muss man die Leute informieren und konstant dranbleiben, damit es ernst genommen wird und die Leute Zeit haben sich daran zu gewöhnen, dass Wölfe bald wieder in den Alpen heimisch werden. Gudrun und Florian sind danach vom Bahnhof Mayrhofen abgereist. Gudrun hat Besuch aus Kanada und Florians Woche war leider schon zu Ende.  

19.September: Der Vortrag letzten Abend in der Volksschule Finkenberg hat gut funktioniert und es gab auch einige kritische Anmerkungen sowohl zur Funktionalität der Elektrozäune als auch dazu, wer denn die Kosten für Schäden und für die Schutzmaßnahmen der Nutztiere zahlen soll. Das Publikum war gemischt, überwiegend positiv oder neugierig dem Wolf gegenüber eingestellt.

Die heutige Wanderung ging von Mayrhofen über das Joch nach Hochfügen und von dort nach Hochpillberg, wo uns Martin erwartet hat. Mona und ich hatten unterwegs einige Mühen an den Kühen, bzw. an den Jungrindern vorbei zu kommen. Die waren ständig hinter der Shira her und Shira hat vor so großen Tieren die auf sie zu kommen Angst. Wenn die Rinder normal grasen ist es ihr egal. Mir ist heute aufgefallen, dass es doch sehr viele Rinderfarmen in der Region gibt und die Weideflächen deutlich abgegrast aussehen. Die für Rinder schwerer zugänglichen Regionen direkt daneben sehen deutlich anders und viel gesünder aus. Die Hütte auf fast 2150 Höhe haben wir im kalten Nebel erreicht. Beim Aufstieg konnten wir ein schönes Hochtal sehen. Leider war das Licht sehr schlecht für gute Fotos. Hochfügen ist ein langweiliges Wintersportgebiet. Als wir über den nächsten Pass ins Inntal gewandert sind, konnten wir sehen, dass der Wald an den Hängen zu beiden Seiten große Flächen ausmacht. Zwischendurch konnten wir einen Blick auf das Karwendelgebirge werfen. Dort geht es morgen in einer 2 tägigen Etappe hindurch. 

20.September: Jetzt stehe ich vor dem Karwendelgebirge, es strahlt die Sonne und ich kann gleich vom Campingplatz loslaufen. Ich muss ein Stück durch Weer, unter der Autobahn und über den Inn laufen und dann geht es in einer Kurve auf die Südseite der Vomperschlucht. Bis dahin alles ganz einfach und ich kommen schnell voran. Naja, nicht ganz so schnell, denn unterwegs machen wir immer wieder einige Aufnahmen und die Radfahrer, die ich gerade am Berg überholt habe, können wieder aufschließen.  Bis zur Ganalm kann mich Albert begleiten. Kurz danach gibt es einen Klettersteig am steilen Hang zur Vomper führt. Auf den Bildern sieht man nur Tal von oben. Der Weg wurde derartig steil und rutschig, mit Halteseilen und fast durch gemorschte Bretter. Das wurde nicht nur anstrengend, sondern auch gefährlich. Die Shira musste ich zu ihrer und meiner Sicherheit frei laufen lassen. An einer Stelle an Felsen vorbei musste ich sie im Nacken packen und kurz rüber tragen. Alles andere war für sie leichter als für mich. Eigentlich habe ich den Eindruck bekommen, dass dieser Weg, der bei mir in der Karte noch eingezeichnet ist, nicht mehr weiter genutzt werden soll. Die Markierungen waren alt und die Kletterhilfen aus Holz an den Felsen kaputt und faulig. Die zwei Tage durch das Karwendel sind die einzigen Tage komplett in der Wildnis mit Tarp und kompletter Ausrüstung. Deswegen habe ich meinen großen Rucksack dabei. Der macht die Tour aber nicht leichter vorbei an den Felsen oberhalb der tiefen Schlucht. Nichts für Anfänger. Nach Stunden komme ich endlich ins Tal an die Vomper im Vomperloch, zurück auf nur 1050m Höhe. Außer einigen Kratzern am Finger ging alles gut. Dafür heißte es jetzt durch das Kiesbett und dann steil bis auf 1835m hoch. Das erscheint jetzt fast einfach. Unterwegs rieche ich die Gämsen und weiter oben kommen wir an einigen vorbei. Der Anstieg hat sich auf jeden Fall gelohnt, denn mich finde einen Lagerplatz mit Aussicht über das Vompertal. Dort habe ich mein Tarp aufgebaut und übernachtet. Die Nacht wurde allerdings sehr lang, weil es mittlerweile um 20:00 schon dunkel ist.

21.September: Ein herrlicher Ausblick auf den Sonnenaufgang. Es war recht kühl in der Nacht, so dass es den ersten Raureif am Morgen gab. Gegen 7:30 war mein lager wieder im Rucksack verstaut und das Frühstück vertilgt. Die Shira kam am frühen Morgen unter meinen Schlafsack, den ich nur wie eine Decke nutze, weil es mir sonst zu warm werden würde. Kein Wölkchen am Himmel und der Weg über den 1900m Pass zur Halleranger Hütter war jetzt sehr einfach. Vor dort ging es recht schnell hinunter auf 1200m ins Quellgebiet der Isar. Die Aussicht auf die Berge ist klar und leider auch so grell, dass es schwierig wird vernünftige Fotos zu machen die nicht entweder unter oder überbelichtet sind. Einen Filter habe ich nicht dabei. Unten angekommen stand mir der sehr lange Weg auf der harten Talstraße bevor bis nach Scharnitz. Das ist wieder ein Weg um die Füße in den Schuhen zum kochen zu bringen. Auf jeden Fall, denn man schnell geht und einen großen Rucksack buckelt. Weiter oben bin ich von einem alten kleinen LKW überholt worden. Der stand plötzlich vor mir mit einem verlorenen Rad. Ich dachte solche Szenen bekomme ich nur in Rumänien oder der Ukraine zu sehen. Der Wagen versperrte die ganze Straße. Als ich weiter ging kamen mir zwei Leute entgegen. Zwei Ranger vom Karwendel Naturpark. Es war unter anderem Sina, die ich vom WWF kenne. Wir haben uns bestimmt 20min unterhalten. Dann ging es weiter auf der endlos langen Straße. Dort stand dann plötzlich Martin und machte einige Fotos. Er ist mir entgegen gegangen und so konnten wir jetzt gemeinsam zum Auto zurückgehen. Das waren noch gut 1,5 Std. In Scharnitz angekommen haben wir uns zunächst ein Eis gegönnt.   

22.September: Mittenwald – Garmisch-Partenkirchen

Da ich jetzt in Deutschland bin, muss ich anfangen mich um die ersten Vorträge und Schulprojekte für Oktober und November kümmern. Deswegen hatte ich geplant die kurze Strecke von Mittenwald nach Garmisch-Partenkirchen etwas später zu starten. Bei einem Gespräch mit dem WWF Schweiz und dem Ursina Projekt wurde allerdings deutlich, dass ich mehr oder weniger einen Bürotag einlegen muss. Durch eine personelle Veränderung beim Ursina Projekt und dem WWF Schweiz ist die gesamte abschließende 6.Programmwoche gefährdet. Ärgerlich und ich muss so schnell wie möglich meine Ideen neu einreichen, um dem WWF zumindest die Chance zu geben einiges vorbereiten zu können. Deswegen habe ich mich dazu entschieden die Strecke nach Garmisch mit dem Rad zu meistern, von Mittenwald vorbei an Schloss Elm und dann zum Parkplatz an der Olympia Arena für die Skispringer. Das waren etwa 17km, also eigentlich schnell zu schaffen. Doch hatte ich nicht damit gerechnet, dass ich nach Garmisch-Partenkirchen runter eine extrem steile Strecke hatte, die eher etwas für Downhillbiker ist. Dazu viele Leute die unterwegs waren und eine rutschige, schottrige, mit großen Querfugen und abgebrochenen Pflastersteinen übersäter Weg. Ein Stück habe ich versucht zu fahren, doch das Risiko zu stürzen war mir deutlich zu groß. So musste das Rad den Berg herunterschieben. Heil unten angekommen habe ich Martin gesucht und den Rest des Tages mit der Arbeit am Computer verbracht. Erst gegen Abend haben wir uns einen Lagerplatz an der Loisach gesucht.

23.September: Garmisch-Partenkirchen – Plansee

Albert ist am Morgen wieder zu uns gestoßen. Wir haben gleich mit einigen Filmaufnahmen an einer Übersichtskarte begonnen. Die Zugspitze ist in Sichtweite und die gesamte Region um Garmisch-Partenkirchen ist ziemlich waldreich. Den Eindruck bekommt man selbst von der normalen Straße. Gut geeignet für Wolf, Bär und Luchs. Die Wildtierdichte dürfte ebenfalls völlig ausreichen. Bis nach Gries bin ich wieder mit dem Rad gefahren, um von dort den Wanderweg bis zum Plansee zu nehmen. Ein ziemlich einfacher Weg und wieder bekommt man einen schönen Eindruck wie waldreich die gesamte Umgebung ist. Ich kenne auch die ökologischen Situationen in den Bayerischen Voralpen. Die sind für die großen Beutegreifer ebenfalls ziemlich gut. Auch heute habe ich noch einige Arbeiten erledigt. Außerdem möchte ich schon darauf hinweisen, dass ich im November wieder meine Fachexkursionen nach Rumänien anbiete. Dort werden wir wieder nach Spuren der Wölfe, Bären und Luchse suchen. Mit etwas Glück können wir die Spuren im ersten Schnee suchen. Weitere Infos dazu gibt es auf meiner Homepage.  

24.September: Plansee – Reutte

Da lacht das Herz bei dem schönen Sonnenaufgang und dem Morgenrot über dem Plansee. Hier ging es dann los entlang auf dem südlichen Wanderweg um den See. Der relativ jungen Fichten/Kiefernwald war am Boden übersät mit Moosen und Blaubeeren. Unterwegs habe ich mich mit einigen Wanderern unterhalten. Solche Gespräche kommen immer auf unterschiedliche Weise zustande. Entweder wegen der Shira oder weil wir filmen oder weil man sich über die schöne Natur unterhält. Ich versuche solche Gespräche dann immer irgendwie auf Wolf, Luchs oder Bär zu lenken, um festzustellen wie die Leute darauf reagieren. Bei einem älteren Pärchen hat der Mann dann abgelenkt und mich nach den Adlern befragt, die er viel interessanter findet. Zwei Frauen fanden den Gedanken spannend, konnten sich aber nicht vorstellen, dass Wölfe hier leben könnten. Andere meinten man soll die Tiere doch einfach mal in Ruhe lassen und die Bauern sollen Ihre Nutztiere besser schützen. Oft kommentiere ich diese Meinungen nicht weiter, beantworte allerhöchsten Fragen. Hier möchte ich anmerken, dass es natürlich nicht so einfach ist die Nutztiere entsprechend zu schützen, weil unser Weidesystem nicht auf die Anwesenheit auf Wolf, Bär oder Luchs vorbereitet ist. Heute habe ich mich auch mal ein wenig intensiver nach Spuren umgeschaut. In der letzten Nacht in Martin und ich ohne Tarp oder Zelt im Freien geschlafen haben, haben wir die Hirsche rufen gehört. Es ist Brunftzeit, also Paarungszeit bei den Hirschen. Die Spuren der Hirsche habe ich teilweise bis an den See gefunden. Nach rehspuren musste ich ebenfalls nicht lange suchen. Im letzten Drittel der heutigen Etappe durch den Wald nach Reutte, musste ich zunächst einen steilen Hang hoch und oben auf der Forststrasse habe ich noch Spuren vom Dachs gefunden.

Am Abend hat Manfred Pfeifer vom österreichischen Alpenverein Reutte einen Abendvortrag organisiert in der Bücherei. Fast alle Sitzplätze waren belegt. Diesmal hatte ich auch Schüler als Zuhörer und insgesamt ein völlig anderes Publikum als bisher. Viele neugierige Fragen haben den Abend sehr interessant gemacht. Allgemeine Stimmung, die Wölfe sollen trotz der möglichen Konflikte zurückkehren.

25. September: Pausentag

Der erste fast echte Pausentag. Es hat die gesamte Nacht durchgehend geregnet und am Vormittag. Von 9-13Uhr haben wir uns in Reutte trotz Regen ins Zentrum gestellt und mit Passanten über die anstehende Rückkehr der Wölfe und über Bären gesprochen. Wir konnten im überdachten Eingangsbereich eines Cafés stehen. Zu meiner Überraschung hatte ich doch die Möglichkeit mit recht vielen Leuten zu sprechen. Das Thema ist im Moment sehr aktuell, weil ich der Zeitung berichtet wurde, dass in Tirol ein Wolf ist, der nachweislich mindestens ein Schaf gerissen hat.

Trotzdem sahen fast alle dem Wolf gelassen entgegen. Eine leichte Unsicherheit ob man dann noch wandern gehen kann wurde deutlich. Ein ehemaliger Politiker und Landwirt hatten eine deutlich andere Einstellung. Seine Meinung war, dass der Schutz der Wölfe willkürlich festgelegt worden ist und jederzeit gekippt werden könnte. Seine Meinung war, dass in Tirol Wölfe nicht leben könnten, weil die Konflikte zu gravierend währen. Deswegen müssten die Wölfe geschossen werden, wenn Sie sich in Tirol ansiedeln würden. Auch wenn ich Seine Meinung nicht teile, finde ich es gut, dass er seine persönliche Meinung klar und nüchtern formuliert und hat. Wir wollen ja gerade auch die verschiedenen Meinungen einfangen. Schulvorträge und weitere Abendvorträge in der Umgebung sind jetzt geplant. Den Rest des Tages habe am Computer verbrachte oder einfach mal nichts getan. Am Abend sind wir, Martin, Albert und ich noch essen gegangen, um nicht den gesamten Tag in der Kälte und im Regen zu sitzen.

26.September: Reutte – Bschlabs

Wieder hat es die gesamte Nacht geregnet. Kurz nach 9Uhr bin ich aufgebrochen zunächst vorbei an Ehrenbichel bis Weißenbach. In Ehrenbichel standen die Schafe eingezäunt mit einem Elektrozaun. Wenn der Zaun etwas höher wäre und 5 Litzen hat statt nur drei entspricht er dem Elekrozaun den wir in Rumänien eingesetzt haben und Übergriffe von Wölfen und Braunbären verhindern konnten, wo es vorher viele Probleme gab.

Meine Strecke führt mich entlang dem Lech. Wie so oft wandere oder radle ich entlang den Tälern entlang eines Flusses. Das sind normalerweise auch die Wege die von Wildtieren wie Wölfe auf Wanderschaft gerne genutzt werden. Entlang dem Lech gibt es noch schöne Wälder, die sich vom Fluss bis in die oberen Bergregionen erstrecken. Die Dörfer, Straßen und andere Infrastrukturen sind nicht sehr stark entwickelt. Teilweise bekommt am Lech das Gefühl eine unberührte Naturlandschaft. Ich bin noch bis nach Stanzach gewandert. Allerdings ist es ziemlich kühl geworden gepaart mit leichtem Regen zwischendurch. Die Strecke bis nach Bschlabs ist etwa 32km lang, deswegen habe ich mich dazu entschieden, dass ich den zweiten Teil des heutigen Tages mit dem Rad meistern werde. Das waren dann noch etwa 6km entlang dem Lech und dann geht es gleich ziemlich steil die Bergstraße hoch von 950m auf etwa 1400 oberhalb von Boden nach Bschlabs. Die Etappe hat Albert gleich genutzt, um einige Fahraufnahmen zu machen vom Projektbus mit dem Martin und von mir wie ich den Berg hochfahre. Wie soll es anders sein, es fing an zu regnen und als ich oben war un warten musste, verschwitzt und im kalten Regen stehend wurde es doch arg ungemütlich. Wir haben uns dann dafür entschieden mit dem Wagen an den Lech zu fahren, um dort zu übernachten. Ein schöner Lagerplatz wäre hier oben eh schwer zu finden gewesen.  

27.September: Boden – Zams(Landeck)

Die Nächte sind jetzt schon sehr lang. Wenn man im Freien ist, wird man oft schon mit Beginn der Dunkelheit müde. Morgens hingen die Wolken tief aber im Norden wurde der Himmel im klarer und wir konnten die Berge vom Lech aus sehen. Als wir allerdings in Bschlabs waren, war es leicht am regnen und von den Hohen Gipfeln um uns herum war nichts zu sehen. Meine Route führt über die Hanauer Hütte, die auf knapp über 1900m liegt. Beim Anstieg zur Hütte wurde mir warm genug, um im T-Shirt zu laufen bis zur Hütte. Dort habe ich mich warm angezogen den es schneite und den Rest des Weges bis zur östlichen Dremlerscharte war im Schnee. Knöcheltief bis zu 25cm. Außerdem hatte ich die Videokamera dabei und musste zwischendurch einige Aufnahmen machen. Etwas oberhalb der Hütte fand ich neben dem Wanderweg eine zur Hälfte aufgefressenes Gamskitz. Die Alpendolen haben mich schon aus größerer Entfernung darauf hingewiesen. Die Spuren waren schon eingeschneit, aber erkennen konnte ich noch die Pfoten von Füchsen oder einem mittelgroßen Hund. Ob das Kitz abgestürzt war oder gerissen worden ist, oder aus einem anderen Grund gestorben ist konnte ich nicht mehr sagen. Es sah allerdings eher nach einem Riss durch einen Hund aus.

Ich hatte Glück, dass ich einer Spur von Leuten folgen konnte, die offensichtlich den Weg über die Scharte kannten. In dem Schnee waren die Wegmarkierungen nur schwer zu finden. Ich hätte vermutlich deutlich länger gebraucht, wenn ich den Weg alleine finden hätte müssen.

Der Anstieg zur Scharte war mit Hilfsseilen gesichert. Für Shira war es kein Problem und ich war ziemlich verschwitzt als ich oben war. Also nur eine kurze Pause auf über 2500m Höhe und natürlich voll im Nebel und im Schneegestöber. Handschuhe hatte ich keine dabei. Dann ging es steil runter, vorbei am Steinsee und an der Steinseehütte. Bis nach Zams musste ich über 1500m absteigen. Ab etwa 1700m wurde aus Schnee wieder Regen, der weiter unten glücklicherweise fast aufhörte. Um mir den Weg durch Landeck zu sparen sind wir von Zams an den Inn bei Fliess mit dem Wagen gefahren. Hier werden wir übernachten.  

28.September: Gudrun kam spät gestern Abend wieder an. In der Nacht habe ich mir Gedanken gemacht, wie wir die letzten Tage der Expedition am sinnvollsten nutzen können. Es sind noch einige Drehs für den Film zu machen und wegen dem Ursina Projekt erscheint es geschickt die Planung zu ändern. Damit wir dafür mehr Zeit haben, habe ich mir vorgenommen die letzten Streckenabschnitte mit dem Rad zu fahren. Allerdings haben wir die weitere Planung am Morgen erst besprochen. Gleichzeitig musste ich nach Landeck zurückfahren, weil die Shira das Trockenfutter, das wir im Moment haben nicht so gut verträgt. Wir haben uns heute aufgeteilt. Gudrun und Albert sind zum Naturparkhaus Kaunergrat gefahren und machen einige Aufnahmen von dem dortigen Hochmoor und von der Umgebung. Gleichzeitig bin ich mit dem Rad bis kurz nach Pfunds gefahren. Das waren 28km. Mit dem Rad habe ich dafür knapp über 1 Stunde gebraucht. Als Wanderstrecke hätte ich deutlich mehr Zeit benötigt. Das Wetter war ja doch recht feucht in den vergangenen Tagen. Wir versuchen am Tag, wenn möglich die Zelte wieder trocken zu bekommen. Auf dem Wagen geht es relativ gut, allerdings würde es schneller gehen, wenn die Sonne scheinen würde oder ein leichter Wind geht.

Ich habe über den Tag die gewonnene Zeit genutzt, um mir Notizen zu machen welche Szenen wir für den Film noch benötigen. Das können wir am Abend beim Essen besprechen, wenn Albert und Gudrun auch hier angekommen sind. Morgen werde ich dann vermutlich bis nach Scuol durchfahren. Dann können wir den Abendvortrag des Schweizer Bärenexperten uns anhören. Und vielleicht mit dem WWF Schweiz die weiteren Tage besprechen. Am Freitag dem 1.Oktober ist schon mein Vortrag über Bären und über die Expedition geplant. Den muss ich ebenfalls noch zusammenstellen. Martin und ich werden heute Nacht am Inn schlafen. 

29.September: Die Nächte werden langsam immer kühler, allerdings hatten wir kaum Tau und wir konnten ohne Tarp oder Zelt im Freien schlafen. Der Mond ist halt gegen morgen sehr hell und scheint uns direkt auf den Kopf. Wir haben uns dazu entschieden die letzten wichtigen Filmszenen und Erzählungen von Gudrun und mir zu drehen. Dazu haben wir uns in der Umgebung von Pfunds geeignete Stellen ausgesucht. Auf dem Weg hat Gudrun Jäger gesehen, die gerade von der Jagd kamen und sich in einem Restaurant gesetzt haben. Wir sind zurück und haben uns lange mit ihnen unterhalten und gleich schon ein weiteres Interview machen können. Danach sind wir auf eine Wiese gefahren, hatten aber durch Hubschrauber viele Störungen, noch bis nach 17Uhr. Also konnten wir nicht viel machen und ich habe meine letzte Etappe nach Scuol auf Freitag verschoben. Am Abend sind wir allerdings noch in die Schweiz nach Zernez gefahren, um uns den Vortrag von Mario Theus über Bären in der Schweiz anzuhören. Der war sehr gut gemacht doch habe ich am Konzept Bär in der Schweiz ein paar Kritiken. Das sind insbesondere 2 Punkte. Ich halte nicht viel von der Vergrämung und ich bin der Meinung, dass man nicht nur den Müll und andere nicht natürliche Nahrungsquellen berücksichtigen sollte, die Bären in die Dörfer locken können, sondern auch die Konzentration der natürlichen Nahrungsquellen wie Obst oder Nüsse bei gleichzeitigem sehr dürftigem Angebot außerhalb der Siedlungen. Während Gudrun und Albert eine Pension ohne Frühstück und mit WC im unteren Stockwerk hatten für 28€, haben Martin und ich uns am Rand der Siedlung einen Schlafplatz mit Blick auf Zernez gefunden.

30.September: Ich musste am Morgen die Scheiben am Auto freikratzen. Es war definitiv die kälteste Nacht. Auf dem morgendlichen Spaziergang mit der Shira habe ich das erste Bienenhaus entdeckt, dass gegen Braunbären gesichert war. Es wichtiger Shot für den Film. Nach einem kurzen Frühstück in Cafe um die Ecke sind wir zusammen nach Nauders gefahren und haben am schwarzen See die Aufnahmen von gestern nachgeholt. Ich glaube die sind nicht so schlecht geworden. Doch deutlich wird es erst, wenn wir anfangen den Film zu schneiden und ich sehen kann ob Textblöcke zu steif oder halbwegs locker sind. Das ist wirklich nicht einfach, vor allen Dingen, weil wir zwar besprechen was wir sagen wollen, dann aber doch aus dem Bauch reden und natürlich keine Schausteller sind. Martin hatte die Aufgabe den Conrad zu betreuen, weil Conrad immer im falschen Moment seine Meinung lautstark äußern muss. Das ist für mich eine schwierige Umstellung, weil ich es doch seit Wochen gewöhnt bin den ganzen Tag zu wandern oder zu radeln. Dazu war es ziemlich frisch auf 1800m Höhe. In den Pausen war Zeit die Enten zu fotografieren, wenn sie gerade zum tauchen ansetzt.

Am Abend haben wir dann einen Lagerplatz gesucht und dort gemeinsam gegessen und weitere Aufnahmen vom Lagerleben gemacht. Das Tal ist recht eng, und wir sind ziemlich gut zu erkennen. Jetzt um 20:48 ist gerade die Polizei vorbeigefahren. Ich bin gespannt ob wir hier heute in Ruhe schlafen können. 

1.Oktober: Vortrag in Scuol im Gemeindehaus um 18:30 (WWF Schweiz)

5.Oktober: Vortrag im Samedan im Gemeindesaal um 18:30 (WWF Schweiz)

8.Oktober: Vortrag und Podiumsdiskussion in Fliess in der Hauptschule ab 19:30 (organisiert vom Naturpark Kanuergrat)

1.Oktober: Wir konnten nicht ganz in Ruhe schlafen. Ein Hirsch flankierte vor uns auf der Wiese mehrfach an unserem Lager vorbei und hat seine Liebesnot in die Welt „gebrüllt“. Es hat sich teilweise so angehört als ob er direkt neben dem Tarp stehen würde. Erst als wir am Frühstücken waren, hat uns jemand gefragt ob wir noch länger hier stehen würden. Nachdem wir es verneint haben, hat uns der Jäger einen schönen Tag gewünscht.

Für unseren Film brauchen wir noch einige Sequenzen bei der ich mich mit der Gudrun unterhalte. Das haben wir noch gedreht in der Nähe von Pfunds. Das ist wirklich nicht so leicht, weil ich gerne möchte, dass diese Gespräche möglichst locker wirken und so kurz wie möglich ohne viel Geschwafel. Also nach mehreren Versuchen haben wir es glaube ich geschafft.

Jetzt muss ich noch die letzte Etappe bis nach Scuol zurücklegen. Darauf lege ich Wert. Das sind noch etwa 30km die ich mit dem Rad fahren möchte. Also rauf auf den Drahtesel zum Ziel der Expedition in diesem Jahr. Die Strecke hat es in sich, kurz steile Anstiege, Waldwege und im letzten Abschnitt viele Pfützen und Kuhfladen, denen ich kaum ausweichen konnte. Nach 75min erreiche ich Scuol muss aber noch herumkurven, weil die Kamera, die meine Ankunft filmen soll an einem Schild mit Scuol erst finden muss. Nach 5 Wochen erreiche ich Scuol. Scuol wird im nächsten Jahr mein Startpunkt für den zweiten Teil der Expedition bis zum Mittelmeer sein. Wir sind jetzt auch ganz in der Region des Ursinaprojektes angekommen. Morgen werden wir noch den Bärenpfad der bei S-Charl auf 1800m Höhe anschauen. Martin und ich übernachten auf dem Campingplatz in Scuol. Albert und Gudrun in der Pension in Pfunds, die in Österreich deutlich günstiger ist als in der Schweiz. Gudrun verlässt uns morgen, weil Sie zuhause einen Termin am Abend hat.

2.Oktober: Der letzte offizielle Tag der Expedition. Ursprünglich wollte ich erst heute in Scuol ankommen. Auf Bitten des WWF Schweiz und dem Ursina Projekt habe ich die Ankunft einen Tag vorgezogen. Heute haben wir uns den Bärenpfad, die bärensicheren Müllbehälter und die Umgebung um Scuol angeschaut. Der Bärenpfad liegt in einem sehr schönen Hochtal auf fast 1800m an der Straße nach S-Charl Höhe und ist sehr schön gestaltet.

Wir sind bis zum Nachmittag mit den letzten Dreharbeiten beschäftigt und erleben einen wunderbaren sonnigen Herbsttag. So wie ich es mir für die Expedition vorgestellt hatte. Die Expedition, also die Wanderung und Radstrecken die Abstimmung mit Martin als Begleitteam und die Arbeit mit der Gudrun und dem Albert hat gut funktioniert. Das obwohl ich die Strecke ursprünglich nicht so geplant hatte, dass gleichzeitig ein Film gedreht werden kann. Dreharbeiten zu einem Film sind immer sehr Zeitintensiv. Jetzt werde ich bis Ende Oktober eine Zusammenfassung schreiben und Sie veröffentlichen. Zusätzlich werde ich zum Wolf, Bär und Luchs eine extra Infoseite veröffentlichen und dort die wichtigsten Fragen aus den Expeditionen und Vorträgen beantworten.