{"id":2361,"date":"2019-08-12T12:13:56","date_gmt":"2019-08-12T11:13:56","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/?page_id=2361"},"modified":"2019-08-15T18:42:41","modified_gmt":"2019-08-15T17:42:41","slug":"2012-alpenexpedition-iii","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/?page_id=2361","title":{"rendered":"2012 Alpenexpedition III"},"content":{"rendered":"\n<p>Online Tagebuch Alpenexpedition 2012<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3.August:<\/strong> Anreise<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Klein-IMG_4389.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2437\" width=\"310\" height=\"267\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Vom Schwarzwald zum Lago Maggiore ist es eigentlich nicht\nsehr weit. Wenn man allerdings die Schweiz auf den Landstra\u00dfen durchqueren will\ndauert es Ewigkeiten. Wir sind vorbei an Luzern durch die Regionen, in denen\nsich in den letzten Tagen vermutlich zwei W\u00f6lfe aufhalten.&nbsp; Es war dr\u00fcckend warm, nur die \u00dcberquerung des\nGotthadtpass brachte Abk\u00fchlung. Nach 22 Uhr erreichten wir den Campingplatz in\nCannobia. Im Dunkeln haben wir dann versucht einen freien Platz zu finden. Das\nwar nicht so einfach, denn der Campingplatz ist ziemlich voll. Es ist\nHauptsaison. Mona und Martin, sind wieder dabei und gestalten das Backup Team.\nJedenfalls sind wir m\u00fcde und um 23:45 kann ich mich endlich hinlegen. Mona und\nMartin haben ein Zelt aufgebaut, ich bin dazu zu faul und werfe mich irgendwie\nins Auto. Passt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>4.August:<\/strong> Cannobio<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/klein-IMG_4404.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2438\" width=\"310\" height=\"267\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Nach einer etwas ungem\u00fctliche Nacht stehe ich um 6:30 auf und schaue mir den Bach und die Umgebung an. In der Ferne ist ein Gewitter zu h\u00f6ren, weswegen Shira lieber im Auto bleiben m\u00f6chte. Da l\u00e4uft mir doch glatt die Heidrun \u00fcber den Weg. Eine Freundin und Nachbarin. Nicht nur dass, wir bekommen an der Rezeption dann den Platz direkt neben der Heidrun zugeteilt. Der Bach ist direkt unterhalb von unserem Platz und toll f\u00fcr eine schnelle Erfrischung. Gegen Mittag fahre ich nach Locarno um Julia und J\u00fcrgen am Bahnhof abzuholen. Zwei der drei Teilnehmer in der kommenden Woche. Die Dagmar kommt erst um 18:15Uhr in Locarno an. Es ist sehr schw\u00fcl, und wie soll es anders sein, ein Gewitter zieht auf. Der Regen kommt etwas sp\u00e4ter und zwar heftig. Gegen 18 Uhr war das Gewitter vorbeigezogen, doch es kam am Abend wieder und so ging es fast die ganze Nacht durch. Mal st\u00e4rker mal schw\u00e4cher. Allerdings ist es so warm, dass ich mit T-Shirt und kurzer Hose bis um 23Uhr drau\u00dfen unter unserem Tarp sitzen kann und einfach dem prasselnden Regen zuh\u00f6re. Alle anderen sind schon im Zelt verkrochen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>5.August:<\/strong> die Wanderung beginnt<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_4419.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2440\" width=\"300\" height=\"329\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Um 6 Uhr stehe ich auf. Es regnet zwar nicht, doch der Himmel ist schwer mit dunklen Wolken \u00fcber den Bergen verhangen. Da ich gestern festgestellt hatte, dass die Handbremse sich nicht mehr richtig l\u00f6st, muss ich vorher noch das Hinterrad abmontieren und nachschauen. Das Bremsproblem konnte ich l\u00f6sen. In der Ferne h\u00f6rte man schon wieder ein Gewitter. So kann ich mit der Shira nicht wandern. Sie bleibt am Auto. Angsthase! Kurz nach 10 Uhr wandern wir los, auf dem Wanderweg von Cannobio \u00fcber Spoccia nach Orasso. Wundersch\u00f6ne italienische Bergd\u00f6rfer. Doch permanent donnert es mal nah und mal fern. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_4447.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2441\" width=\"300\" height=\"267\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Immer wieder Regeng\u00fcsse. Oft mussten wir 100-150m runter und danach steil zum Dorf wieder hoch. Das ist ganz sch\u00f6n kr\u00e4ftezehrend. Von Orasso mussten wir steil hoch und es war schon 17Uhr. Der Wanderweg war sehr steil, und wir mussten 30min vor dem Sattel im Wald einen Biwakplatz finden. Etwas uneben, aber Tarps sind flexibel anzupassen. Nach dem Abendessen kam das n\u00e4chste Gewitter und es regnete bis Mitternacht. St\u00e4ndig wechselte der Wind, und ein Hering flog raus, gerade als ich dabei war das Tarp besser zu fixieren. J\u00fcrgen bekam eine Ladung Wasser ins Gesicht und ich auf meine Isomatte. Danach wurde die Nacht ruhiger. Ach ja, die Rehe. Sie haben uns entdeckt und haben auf dem Boden gestampft, geschnuppert und dann den ganzen Wald gewarnt.&nbsp; Eines kann ich aber festhalten. W\u00f6lfe und Luchse, aber auch Braunb\u00e4ren k\u00e4men hier ganz gut zurecht. Es ist zwar steil, aber sehr stark bewaldet, und die oberen Regionen sind weniger schroff. Es erinnert mich ein wenig an die s\u00fcdlichen Alpenregion vom letzten Jahr, die von den W\u00f6lfen besiedelt sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Montag <strong>6.August<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_4463.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2443\" width=\"300\" height=\"271\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Um 6:30 bin ich aufgestanden, die kleine Lichtung mit den Felsen vor uns bereitete ich zum Fr\u00fchst\u00fcck vor. Alle wirken ein wenige m\u00fcde. Wie soll es anders sein, die Tarps sind fast trocken und ein leichter Regen beginnt kurz vor 8 Uhr. Zum Gl\u00fcck nur ein paar Tropfen. Wir sollten heute versuchen die Strecke wieder einzuholen, die wir gestern nicht mehr geschafft haben. Kurz nach 9 waren wir auf dem Sattel. Beim Abstiegt zur Schutzh\u00fctte haben wir noch eine G\u00e4mse beobachten k\u00f6nnen. Das war eigentlich sehr gem\u00fctlich. Doch ab da mussten wir runter nach Re, ein Wallfahrtsort. Von 1450m auf 700m absteigen. Meine G\u00fcte, es ging steil hinab, und die Steine und Wurzeln waren sehr rutschig. Um 11:30 waren wir zumindest fast unten und an einer H\u00fctte auf einer Wiese konnten wir pausieren. F\u00fcr mich ist es recht \u00e4rgerlich, dass der Weg schlecht markiert ist. Das Risiko vom Weg abzukommen ist gro\u00df. Gerade war die Pause vorbei, da fing es wieder an zu regnen, noch nicht sehr stark. Das n\u00e4chste Gewitter rollte schon heran. Von Re aus sollte eigentlich ein Wanderweg etwa 3km entlang dem Bach noch Osten verlaufen. Doch der war nicht auffindbar. Wir wollten bis kurz \u00fcber die Schweizer Grenze wandern, etwa noch 10km. Doch diese Strecke h\u00e4tten wir entlang der sehr engen Stra\u00dfe laufen m\u00fcssen. Wir wollten nach einem Bus schauen. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_4474-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2445\" width=\"310\" height=\"274\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Kaum waren wir an der Kirche, fing es aufs heftigste an zu regnen. Martin musste uns abholen. Da es immer sp\u00e4ter wird, haben wir ein gutes St\u00fcck mit dem Auto \u00fcberbr\u00fcckt bis Ausressio. Von dort sind wir in etwa 2 Stunden bis zu Campo aufgestiegen auf etwa 1100m H\u00f6he. Ein \u00e4lteres Ehepaar aus Z\u00fcrich hat uns einen Platz f\u00fcr die Nacht gezeigt. Alles war vom Regen nass, daf\u00fcr hatten wir eine nette Aussicht.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dienstag 7.August<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_4517.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2447\" width=\"310\" height=\"267\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Ab heute soll das Wetter in den n\u00e4chsten Tagen sch\u00f6n und stabil bleiben. Wir sind nach dem Fr\u00fchst\u00fcck zun\u00e4chst ins Maggiotal abgestiegen. Unterwegs haben wir noch ein P\u00e4rchen getroffen die ebenfalls am Biwakieren waren. Solche Gelegenheiten sind immer spannend, um \u00fcber W\u00f6lfe und Luchse zu sprechen. So wie bei dem Ehepaar gestern Abend. Alle sehen zwar die Konflikte, sagen aber schon von sich aus, dass man L\u00f6sungen f\u00fcr ein Miteinander finden muss. Der Abstieg gestaltete sich anfangs als spannend und sp\u00e4ter auf der Forststra\u00dfe als erm\u00fcdend f\u00fcr die F\u00fc\u00dfe. Gegen 11:30 waren wir unten, und dort wartet schon Martin auf uns. Er konnte einen Surfstick organisieren, da ich mit meinem keinen Zugang zum Internet aufbauen konnte. F\u00fcr mich bedeutete es, direkt an die Arbeit, alles installieren und vorbereiten. Alle anderen waren am Fluss und haben sich dort im k\u00fchlen Nass erholt. Etwa um 13:30 ging es dann weiter entlang dem Maggio bis nach Cevio. Der erste Abschnitt war sehr sch\u00f6n zum Wandern, dann ging es aber oft auf der Stra\u00dfe und jetzt in der br\u00fctenden Sonne weiter. Shira meine H\u00fcndin ist seit gestern dabei, seit es eben keine Gewitter mehr gibt.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_4535.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2448\" width=\"310\" height=\"267\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Mona und Martin haben in der Nacht zuvor eine teure Erfahrung in der Schweiz gemacht. Man darf eigentlich nirgends im Auto oder neben dem Auto mal ein Biwak aufschlagen. Das kostete mal eben 200Franken. Das ist echt bl\u00f6d, denn diese Biwakcamps sind absolut notwendig. Jetzt bei Cevio haben wir alle zusammen ein solche Camp, neben dem Fluss Maggio. Die Touristeninformation hat gesagt, hier w\u00fcrde nicht kontrolliert werden. Hoffen wir das es stimmt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mittwoch 8.August<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_4546.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2449\" width=\"310\" height=\"267\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_4555.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2450\" width=\"310\" height=\"255\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Niemand kam und st\u00f6rte uns. Ich habe auf einer Insel im Sand\n\u00fcbernachtet. Allerdings konnte ich nicht gut schlafen. Um 1:30 bin ich\naufgewacht und konnte erst um 4Uhr wieder einschlafen. Um 5:30 bin ich\naufgestanden. Wir wollten heute sehr fr\u00fch aufbrechen, um nicht in der\nMittagshitze auf den steilen Anstieg auf 2000m H\u00f6he bew\u00e4ltigen zu m\u00fcssen. Zudem\nhaben wir etwa 6km Wanderung durch das Tal mit dem Auto \u00fcberbr\u00fcckt. Von Forglio\nsind wir losgelaufen, parallel zur Stra\u00dfe bis S.Carlo. Nette kleine Steind\u00f6rfer\nhaben wir passiert. Der Wanderweg hoch zum Robiei See f\u00fchrte zun\u00e4chst durch\neinen Wald. Der vollgepackte Rucksack macht es nicht gerade leicht, im k\u00fchlen\nWald ist es aber ertr\u00e4glich. Ab der Waldgrenze mussten wir in voller Sonne\nwandern, und es wurde sehr warm heute. Gegen 14 Uhr waren wir am See. Von dort\nwollten wir aufsteigen bis zum Mat\u00f6rgen See auf 2450m H\u00f6he. Dieser Anstieg war\nsehr anstrengend, und ging gleich zu Beginn 300m steil den Berg hoch. Hier oben\nwurden an mehreren Stellen Luchsspuren im vergangenen Winter nachgewiesen. Die\nsteilen Flanken des gesamten Maggitales sind nur zu Teil f\u00fcr Wolf oder Luchs\ngut geeignet. Es ist schlicht zu steil. Daf\u00fcr haben ich viele Wildwechsel in\nden dichten Auenlandschaften gesehen. Ebenfalls k\u00f6nnen die Bereiche im oberen\nWaldg\u00fcrtel und oberhalb der Waldgrenze sich als geeigneter gelten. Hier ist es\nweniger steil und weniger schroff. Wir sind am Ende jedenfalls an dem See\ngeblieben, haben unterwegs noch einen Steinbock gesehen und relativ wenige\nMurmeltiere geh\u00f6rt. Unser Lager am See bot uns eine sch\u00f6ne Aussicht auf einen Gletscherrest\nund \u00fcber die Berge.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Donnerstag 9.August<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_4595.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2451\" width=\"310\" height=\"267\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die Nacht wurde kalt. Zwischen 0-3 C\u00b0. Dagmar und J\u00fcrgen haben unter dem Tarp geschlafen und ich mit meinem Biwaksack im Freien. Im Schlafsack war es sch\u00f6n warm, doch die Hand mochte man nicht hinausstrecken. Am Morgen konnte ich den Gletscher im morgen licht gl\u00fchen sehen. Gegen 7Uhr war die Sonne auf unserem Platz und es wurde angenehm warm. Nach dem Tee, dem M\u00fcsli oder Brot sind wir aufgebrochen. Heute will ich vorbei am Nufenen Pass und bis nach Ulrichen laufen. Damit kreuzen wir heute die Strecke von der Alpenexpedition 2011. Wir mussten noch \u00fcber 1 Stunde im schweren Gel\u00e4nde ansteigen bis zum n\u00e4chsten Pass. Noch schwieriger war der Abstieg auf italienischer Seite \u00fcber Ger\u00f6ll und gro\u00dfe Steinbrocken zum Toggia See. Hier sind wir in den hochalpinen Regionen, die von W\u00f6lfen eher mal durchquert werden k\u00f6nnen. Zum Leben oder gar zur Jagd ist es zu steil und zu unwegsam. Vom See ging es dann wieder zur Schweiz, vorbei an Rinderherden. Jetzt konnten wir den Nufenenpass sehen. Wir sind dann nach Westen gewandert zum Griespass und dem Griessee. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_4603.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2452\" width=\"310\" height=\"267\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Dabei haben wir mehrere Schneefelder \u00fcberquert zur Freude von Shira. Sie konnte dort ihre Pfoten abk\u00fchlen. Unterhalb vom Nufenenstock habe ich die erste kleine Schafherde beobachtet. Sie war ungesch\u00fctzt. Am Griessee hat Martin auf uns gewartet. Wir sind jetzt schon seit \u00fcber 6 Stunden unterwegs. Bis nach Ulrichen sind es jetzt noch 3 Stunden. Den Weg kenne ich noch vom vergangenen Jahr. Mona und Julia sind mitgewandert und haben unterwegs noch ein paar Beeren gesammelt. Kurz nach 18Uhr waren wir dann auf dem Campingplatz. Fast ohne Gep\u00e4ck sind wir recht schnell und nach den beiden anstrengenden Tagen qualmen auch meine F\u00fc\u00dfe. Ich freue mich auf eine erholsame Nacht. Morgen geht es dann \u00fcber den Grimselpass. Hier im Oberwalis befinden sich 1-2 W\u00f6lfe.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Freitag 10.August<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_4718.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2453\" width=\"310\" height=\"270\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die heutige Etappe f\u00fchrt uns vom Oberwalis bei Ulrichen \u00fcber den Grimselpass ins Haslital. Gestern konnten wir schon sehen, wie schmal der Waldg\u00fcrtel vom Tal bis zur Waldgrenze ist. Den mussten wir in der prallen Sonne hoch. Von etwa 1300m auf 2100m. Der Wald ist sehr licht, \u00fcberwiegend mit L\u00e4rchen besetzt. Der Weg selber war eher leicht zu wandern und 1800m wurde es dann auch k\u00fchler, so dass die Sonneneinstrahlung nicht mehr so stark empfunden wurde. Massenhaft gab es Blaubeeren. Auch 2011 habe ich bei Ulrichen angehalten bin dann aber mit dem Rad nach Westen bis Martigny gefahren. Ohne Fragen ist das Wallis f\u00fcr W\u00f6lfe nutzbar, auch f\u00fcr den Luchs, aber die Konflikte f\u00fcr ein Miteinander halte ich f\u00fcr gr\u00f6\u00dfer als in anderen Regionen. Bei Konflikten denke ich nicht nur an die Konflikte f\u00fcr Menschen, sondern auch f\u00fcr die Wildtiere durch den Menschen. Die Versteckm\u00f6glichkeiten sind begrenzter, man kann als Wolf leichter entdeckt werden. Dadurch ist eine illegale Bejagung einfacher. Illegal deshalb, weil W\u00f6lfe streng gesch\u00fctzt sind. Gleichzeitig sind auf den Almen oft noch ungesch\u00fctzte Schafherden. Die sind nat\u00fcrlich dort oben auch schwerer zu sch\u00fctzen als im Tal. Unm\u00f6glich ist es jedoch nicht. Das Beweidungssystem muss jedoch angepasst werden, an die Anwesenheit von Gro\u00dfen Beutegreifern. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_4722.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2454\" width=\"310\" height=\"257\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_4729.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2455\" width=\"310\" height=\"292\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Ungesch\u00fctzte Schafherden darf es zuk\u00fcnftig nicht mehr geben. Dazu muss wiederum die Bereitschaft da sein oder die Notwendigkeit erkannt werden. Oben angekommen am Grimselpass warten schon Martin und Mona auf uns. Ein ziemlich k\u00fchler Wind bl\u00e4st vom Tal hoch. Gemeinsam machen wir Pause. Dann steigen wir ab ins Haslital. Zwischen dem Pass und Meiringen wollen wir noch ein Lager einlegen. Martin und Mona waren schon auf Suche und haben einen Platz bei Boden gefunden. Das bedeutet 4:30std Abstieg. Solche Wege sind zwar sch\u00f6n aber auch erm\u00fcdend. Bei Gutannen sollte uns Martin abholen. Als wir weiter unten an der Waldgrenze angekommen sind, habe ich erkl\u00e4rt, dass ich diese Region f\u00fcr ein recht gutes Luchsgebiet halte. Mona hatte in Gutannen ein Gespr\u00e4ch mit einer Wirtin, die erz\u00e4hlt hat, dass es hier extrem viele Luchse gibt und diese alles Wild wegfressen w\u00fcrden. Ihr Mann, ein J\u00e4ger hat es so gesagt. Wenn man jetzt bedenkt, dass eine Luchsin unter solchen Bedingungen ein Revier hat, dass etwa 80-100km\u00b2 gro\u00df ist, und ein m\u00e4nnlicher Luchs ein Revier besetzt, dass 100-300km\u00b2 gro\u00df ist, kommt man doch etwas ins Gr\u00fcbeln. Extrem viele Luchse kann es gar nicht geben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Samstag 11.August<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_4736.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2456\" width=\"310\" height=\"267\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Dieses Lager am Waldrand war ein M\u00fcckenlager. Ich habe nur die Socken gewechselt und hatte gleich 4 M\u00fcckenstiche am Fu\u00df. Wir mussten uns von oben bis unten mit Autan einspr\u00fchen. Ansonsten war die Nacht ruhig und einige Rehe waren unterwegs. Das Ziel dieser Woche ist es bis nach Innertkirchen oder Meiringen zu kommen. J\u00fcrgen, Dagmar und Julia m\u00fcssen allerdings schon um 10:46 am Bahnhof in Meiringen sein. Um 9Uhr, nach dem Fr\u00fchst\u00fcck verabschieden wir uns. Ich wandere weiter bis zum Campingplatz, und Martin f\u00e4hrt alle zum Bahnhof nach Meiringen. Ich konnte auf einem alten Saumweg wandern. Ein kulturhistorischer Weg. Spuren reichen bis ins 13. Jahrhundert zur\u00fcck. Wenn ich jetzt den Blickwinkel eines Wolfes einnehme, wird das Gebiet immer besser, je weiter sich das Tal \u00f6ffnet. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_4739.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2457\" width=\"310\" height=\"267\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Ich denke, dass hier unten mit alle den W\u00e4ldern W\u00f6lfe und Luchse und auch Braunb\u00e4ren sich recht wohl f\u00fchlen w\u00fcrden. Ich bin im Oberberner Land und es ist eines der schweizer Luchsgebiet. Es gibt hier sowohl Fotofallen als auch besenderte Luchse. Nach etwa 90min stand ich schon vor Innertkrichen auf den Wiesen. Prompt wurde ich von den Bremsen entdeckt, die an mein Blut wollten. In dem Moment kommt vom Martin die Nachricht, dass sie auf dem Campingplatz am Dorfende sind. Aarecampingplatz an der Aareschlucht. Heute ist ja eigentlich der Ruhetag, aber die 10km waren recht gem\u00fctlich. Das bedeutet ausruhen, alles trocknen, duschen, waschen und alles neu ordnen. Am Abend kommt Sascha, ein Freund. Am Sonntag und Montag werde ich \u00fcber Grindelwald vorbei an Interlaken Richtung Bern wandern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sonntag 12.August<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_4765.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2459\" width=\"310\" height=\"278\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Es lag Neben in der Luft am fr\u00fchen Morgen. Die Zelte waren nass. Sascha und ich packten unsere Sachen und entschieden uns sogar dazu den Kocher nicht mitzunehmen. Sondern minimales Gep\u00e4ck f\u00fcr 2 Tage. Ich nehme anstatt meinem 100l Rucksack nur den 50l Rucksack mit. Um 9 Uhr waren wir auf dem Weg vom Campingplatz gleich in den Wald um auf den Wanderweg der uns \u00fcber die Gro\u00dfe Scheideck nach Grindelwald f\u00fchren soll. Was mir jetzt noch mehr auff\u00e4llt ist, dass wir sehr viel mehr Fichtenw\u00e4lder haben und gleichzeitig mehr forstwirtschaftlich genutzte W\u00e4lder. Die Flanken an den Bergen sind nicht mehr so steil und schroff. Dadurch ist das gesamte Gel\u00e4nde f\u00fcr Wildtiere besser nutzbar. Auch f\u00fcr Luchs und Wolf, aber auch f\u00fcr den Braunb\u00e4ren. Gleichzeitig ist das Haslital ab Meiringen relativ stark besiedelt. Trotzdem sind die W\u00e4lder links und rechts deutlich dichter und gro\u00dffl\u00e4chiger als z.B. im Wallis. Die Wanderstrecke zur gro\u00dfen Scheideck ist stark genutzt, insbesondere von Familien mit Kindern. Man kann bis zur Schwarzwaldalp hinauffahren und selbst der Postbus f\u00fchrt bis zum Sattel hoch. Ebenso ist die Infrastruktur von Grindelwald entwickelt. Auf den h\u00f6heren Lagen entdecken wir kleinere Gruppen mit Schafen und\/oder Ziegen und ich sehe eine Schafherde mit gesch\u00e4tzten 100 Schafen. Die kleineren Gruppen waren definitiv ungesch\u00fctzt. Bei der gr\u00f6\u00dferen Schafgruppe konnte ich zumindest keinen Schutz auf diese gro\u00dfe Entfernung ausmachen. In den tieferen Lagen waren insbesondere Rinder unterwegs. Nach fast 6 Stunden waren wir oben. Jetzt konnten wir Grindelwald sehen und den Eiger mit der Nordflanke. Allerdings zog auch ein Unwetter auf. Wir wollten Grindelwald auf einem 1400m Hohen Wanderweg umgehen. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_4774.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2461\" width=\"310\" height=\"283\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_4791.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2462\" width=\"310\" height=\"245\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Der Abstieg war dann zum Teil recht steil, und die Wanderwege, die sich dann in viele Richtungen verzweigt haben, nicht immer leicht erkennbar. Gegen 16Uhr waren wir auf etwa 1400m H\u00f6he und mussten vorbei durch eine Streusiedlung, als das Gewitter begann. Shira, die Angst hat bei Gewitter wollte nicht weiter. Es war noch in der Ferne, kam aber rasch n\u00e4her. Sascha ging mit Loui voraus, dann ging es auch mit der Shira. Gleichzeitig hatten wir Gl\u00fcck und konnten dem Regenguss gut ausweichen. Es zog an uns vorbei und staute sich an der gro\u00dfen Scheideck. Am Waldrand haben wir einige verlassene H\u00e4user gefunden und fast ebene Wiesenst\u00fccke. Dort konnten wir dann unser Lager aufbauen. Ein Pilzesammler kam noch vorbei, und ein Fuchs. Beide Hunde sind zum Gl\u00fcck angeleint und eh etwas m\u00fcde. So wie wir auch.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Montag 13.August<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_4799.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2463\" width=\"310\" height=\"267\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Um Mitternacht fing es an zu regnen. Unterm Tarp blieb aber alles trocken. Nur Sascha hatte seine Plane unter der Isomatte nicht richtig unters Tarp gezogen. Das wurde etwas nass. Die N\u00e4chste sind schon deutlich k\u00fchler aber noch im angenehmen Bereich. Heute wollen wir ins Tal absteigen und vorbei an Interlaken Richtung Spiez. Das bedeutet gut 18km abw\u00e4rts wandern, zum gr\u00f6\u00dften Teil auf Asphalt und harten Schotterwegen. Das geht nicht nur in die Knie, sondern insbesondere fangen die F\u00fc\u00dfe an zu brennen. Rings um Grindelwald ist alles sehr stark besiedelt. Trotzdem w\u00fcrde meiner Ansicht nach Wolf und Luchs hier zurechtkommen. Allerdings m\u00fcssten sie schon sehr oft irgendwo direkt an den Siedlungen und H\u00e4usern vorbei, wenn sie die Talseite wechseln w\u00fcrden. Der Weg zog sich lange nach unten. Irgendwo kamen wir dann an einer B\u00e4ckerei vorbei und konnten uns nach einer kleinen St\u00e4rkung kaufen. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_4813.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2464\" width=\"310\" height=\"267\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Shira wurde es so warm, dass sie in die Brunnen gesprungen ist, um sich sowohl die Pfoten als auch den K\u00f6rper abzuk\u00fchlen. Uns schien die ganze Zeit die Sonne in den Nacken. Um 13Uhr meldete sich Martin. Er hat Verena, eine weitere Teilnehmerin mit ihrem Hund abgeholt. Dort wollten wir gerade Interlaken durch den Wald umgehen. Das wurde noch eine sehr anstrengende Strecke bis zum vereinbarten Treffpunkt am Thuner See. Wir waren schon auf 560m abgestiegen, jetzt mussten wir nochmals auf 860m den Berg hochkraxeln. Den Hunden hing die Zunge bis zum Boden und wir haben geflucht. Darauf waren wir nicht eingestellt. Hinzu kam, dass der Weg sehr verwirrend und eher schlecht ausgeschildert war. Von 860m ging es dann in einem sehr steilen Bergpfad wieder abw\u00e4rts zum See. Anstatt 40m haben 90min ben\u00f6tigt. Es ist zwar erst kurz nach 15Uhr, aber ich habe dann entschieden, dass wir etwa 24km der Strecke mit dem Auto \u00fcberbr\u00fccken und uns heute Abend auf einem kleinen Campingplatz bei Blumenstein f\u00fcr den morgigen Wandertag erholen.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dienstag 14.August<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_4853.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2465\" width=\"310\" height=\"267\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Heute verlassen wir die schweizer Hochgebirgslandschaft und wandern durch eine H\u00fcgellandschaft bis zum Herdenschutzhundezentrum bei R\u00fceggisberg. Dort treffen wir den Ueli Pfister, der hier f\u00fcr die Ausbildung und Leitung verantwortlich ist. Die Strecke selbst ist wenig spektakul\u00e4r, und wie ich bef\u00fcrchtet habe sind wir fast nur auf Asphalt gelaufen. Umso interessanter ist zu erfahren wie der Wald sich immer weiter verdr\u00e4ngt wurde und die H\u00fcgel \u00fcberwiegend f\u00fcr landwirtschaftliche Strukturen aufbereitet worden sind. Dazwischen gibt es einzelne Waldinseln. Die Bilder zeigen verschiedene Richtungen. Nach S\u00fcdosten sind die Berge und die W\u00e4lder zu sehen. Nach Norden nur noch offene und besiedelte H\u00fcgellandschaften, ebenso in westlicher Richtung. Es ist warm und schw\u00fcl, \u00fcber den Bergen t\u00fcrmen sich dunkle Wolken auf. Es ging heute auf und ab, konditionell nicht so anstrengend aber sehr erm\u00fcdend. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_4879.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2466\" width=\"310\" height=\"267\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Nach 6 Stunden und etwa 18km kamen wir am Herdenschutzzentrum an. Wir k\u00f6nnen hier auf der Wiese auch \u00fcbernachten. Sehr sch\u00f6n. Viele der Wiesen und Weidefl\u00e4chen auf der heutigen Strecke sind mit Elektroz\u00e4une f\u00fcr die Rinder abgegrenzt. Es ist oft nicht erkenntlich ob die Z\u00e4une Strom f\u00fchren oder nicht. Selbst Weidefl\u00e4chen ohne Weidetiere waren abgez\u00e4unt und die Z\u00e4une standen unter Strom. Loui, der Hund vom Sascha hat eine schmerzvolle Erfahrung gemacht. Sehr \u00e4rgerlich, weil man nicht erkennen konnte das der Zaun unter Strom steht. Wie eng diese Z\u00e4une am Weg sind, haben wir schon gestern bemerkt. Das halte ich f\u00fcr nicht ungef\u00e4hrlich, wenn es am Stra\u00dfenrand ist, denn ein Hund w\u00fcrde unweigerlich bei Kontakt auf die Stra\u00dfe springen. Bedenklich finde ich auch die Gassen mit den Z\u00e4unen links und rechts und nur knapp einen Meter Platz dazwischen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mittwoch 15.August<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_4877.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2468\" width=\"310\" height=\"267\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Gestern Abend haben wir uns noch lange mit dem Ueli Pfister, der f\u00fcr das Herdenschutzhundzentrum verantwortlich ist unterhalten. Er hat uns gezeigt, wo seit einigen Jahren eine W\u00f6lfin ist, welche Schafherden schon mit Hunden gesch\u00fctzt sind und welche nicht. Das war schon sehr interessant. Die Pastorella, auf den Bildern ist einer seiner H\u00fcndinnen, die am Hof auf die Schafherde aufgepasst hat. Wir haben auf der Wiese neben dem Hof \u00fcbernachten k\u00f6nnen. Pastorella hat wunderbar aufgepasst, dass wir und unsere Hunde den Schafen nicht zu nahekommen. Es bestand aber keine Gefahr, dass sie unseren Hunden etwas tun w\u00fcrde, solange wir unsere Hunde unter Kontrolle haben und die nicht frei herumrennen. Die Nacht war eher unruhig. Zun\u00e4chst war es recht windig. Dann wurde es warm, und einige M\u00fccken schwirrten mir um die Ohren. Die Schafe haben uns beim Schlafen zugeschaut und Pastorella hat uns mit lautem Bellen gewarnt. Hinzu kam eine junge Katze, die um mich herumgespielt hat. Am Morgen wirkten alle ziemlich m\u00fcde. Die restliche H\u00fcgellandschaft um Bern herum haben wir uns gespart und sind mit dem Auto bis nach Lengnau bei Biel gefahren. Verena hat uns heute wieder verlassen, und wir haben sie in Bern zum Zug gebracht. Sie hat uns in Basel eingeladen, dort werden wir sie am Freitag besuchen. Erst nach Mittag konnte ich die Expedition fortsetzen. Alleine bin ich ins Jura gewandert. Sascha hatte offene Blasen zwischen den Zehen und setzt einen Tag aus. Es ist sehr hei\u00df und schw\u00fcl. Nur langsam komme ich mit der Shira den Berg hoch, von 600m auf 1350m. Ich lege alle 80min eine Pause ein, um nicht zu \u00fcberhitzen, obwohl wir im Wald wandern konnten. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_4894.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2467\" width=\"310\" height=\"267\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_4895.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2469\" width=\"310\" height=\"297\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die Landschaft hat sich wiederum sehr deutlich ge\u00e4ndert. Jetzt habe ich an den steilen Flanken die W\u00e4lder und im Tal als auch oben auf den Plateaus die Siedlungen und Weidewirtschaft. Noch bis um 19Uhr bin ich gewandert bis auf den Kamm s\u00fcdlich von Cremines. \u00dcberall musste ich Rinderweiden \u00fcberqueren, mit Schildern, dass die Mutterk\u00fche die K\u00e4lber bewachen w\u00fcrden. Au\u00dferdem waren s\u00e4mtlich Wiesen und Weiden abgez\u00e4unt, meistens mit Elektroz\u00e4une.&nbsp; Das ist sehr unangenehm zu wandern mit Hund. Die Wanderwege waren zu Teil sehr wenig begangen und oft kaum sichtbar. Es \u00e4hnelte eher einer Schnitzeljagd nach dem n\u00e4chsten Hinweis. Abends wollte ich zwischen alten Buchen campieren, doch dann habe ich gesehen, dass bei der Rinderherde auch ein Bulle ist, und das Wetter umschlagen k\u00f6nnte. So bin ich noch ein St\u00fcck weiter zu einer H\u00fctte, die zum SAC geh\u00f6rt gezogen und habe dort mein Tarp aufgebaut, etwa um 21Uhr. Dann kam auch schon das Gewitter und der Regen. Das schlechte Wetter hielt die gesamte Nacht an. Um 2:30 in der Fr\u00fch drehte der Wind und ich h\u00f6rte wie eine kr\u00e4ftige B\u00f6e angerauscht kam. Leider direkt in den Eingang unters Tarp. Im n\u00e4chsten Moment flogen zwei Heringe heraus und ich musste eine Tarpseite neu befestigen. Nass ist zum Gl\u00fcck nichts geworden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Donnerstag 16.August<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_4901.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2470\" width=\"310\" height=\"270\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Nach dieser aufregenden Nacht regnete es auch am Morgen weiter. Unter dem Vordach der H\u00fctte konnte ich alles im Trockenen verstauen. In einer Regenpause wollte ich losgehen, und k\u00e4mpfte mich wieder durch die viel zu engen Zaundurchl\u00e4sse auf die Rinderweide. Da kam der n\u00e4chste kr\u00e4ftige Regenguss, und weil der Rucksack irgendwie nicht richtig passte bin ich nochmals zur\u00fcck. Es war der letzte Schauer f\u00fcr den heutigen Tag. Kurz nach 9 Uhr war ich 600m weiter unten in Cremines. Mona, Martin und Sascha haben schon auf mich gewartet. Durch das hohe nasse Gras ist mir das Wasser von oben in den Schuh gelaufen und ich musste Socken und Schuhe wechseln. Dann habe ich noch 40min das Tagebuch geschrieben und die E-Mail beantwortet, danach haben Sascha und ich leichtes Gep\u00e4ck geschultert und sind weitermarschiert. Die Landschaft ist wirklich sch\u00f6n, st\u00f6rend sind nur die vielen Z\u00e4une f\u00fcr die Rinder. Es ist ausgesprochen warm, vermutlich ist es aber angenehmer im Wald zu wandern, als im Auto zu sitzen. Unterwegs haben wir einen Hof mit Lamas entdeckt. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_4910.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2471\" width=\"310\" height=\"234\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>In der Schweiz wird aktuell diskutiert, ob Lamas in der Lage sind eine Schafherde gegen W\u00f6lfe zu sch\u00fctzen. Ganz ehrlich, man kann alles ausprobieren, doch ich bezweifle stark, dass Lamas die Aufgaben von Herdenschutzhunde \u00fcbernehmen k\u00f6nnen. Ein Lama hat etwas das Gewicht und die Gr\u00f6\u00dfe von einem Hirsch. Hirsche geh\u00f6ren zu den wichtigen Beutetieren der W\u00f6lfe. Es w\u00e4re nat\u00fcrlich einfacher als mit Hunden. Die H\u00fcgel um uns herum werden mittlerweile immer niedriger. Etwa um 17Uhr erreichen wir das Kloster Beinwil. Wir sind jetzt noch einen Tagesmarsch von Basel entfernt. Neben dem Kloster ist ein Bauernhof. Hier gibt es Luchse in der Umgebung. Ich habe mich am Abend mit dem alten Bauern unterhalten. Ein lustiger und knorriger Typ. Er hat uns erlaubt hier, neben dem Schwesternhaus unter einem Walnussbaum unser Lager aufzuschlagen. Auch vom Kloster hatten wir die Erlaubnis. Im Garten vom Schwesternhaus haben wir unser Abendmahl zubereitet. Sp\u00e4t in der Nacht habe ich dem Abt und einer Frau dabei geholfen eine Kr\u00f6te aus dem Klosterhof zu retten. Bis um 5 Uhr morgens folgte eine ruhige Nacht. Dann ging die Stallarbeit vom Bauernhof los,<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Freitag 17.August<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_4950.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2472\" width=\"310\" height=\"267\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Heute beginnt der letzte Wandertag der 2.Woche. Der Himmel ist strahlend blau und wird heute sehr warm. Sascha und ich wollen ziemlich gradlinig nach Norden wandern. \u00dcber den ersten H\u00fcgel nach Meltingen. Von 600m auf 900m hoch. Nach den Anstiegen in den Alpen, eher ein H\u00fcpfer. Beim Abstieg nach Meltingen folgen wir einem sch\u00f6nen Wanderweg durch den Wald. Gerade am Waldrand angekommen, in Sichtweite der ersten H\u00e4user macht die Shira kehr und beschnuppert intensiv einen Kothaufen. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_4955.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2473\" width=\"310\" height=\"349\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Diese Losung ich schaue es mir genauer an und entdecke ein paar wenige Haare darin. Vorsichtig f\u00e4chele ich mir den Geruch zu und es riecht leicht nach Katze. Nach meinem Ausschlussprinzip bleiben nicht mehr viele Optionen offen. Ich w\u00fcrde sagen, es handelt sich mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit (80-90%) um eine Luchslosung. Ich kann es so nicht absolut best\u00e4tigen, aber es w\u00fcrde alles zusammenpassen und \u00e4hnelt insgesamt stark den Luchslosungen die ich in Rum\u00e4nien und anderen L\u00e4ndern schon gefunden habe. Wir sind weniger als 10km Luftlinie von s\u00fcdlichen Regionen von Basel entfernt. Von Meltingen aus sind wir durch das Kaltenbrunnental bis nach Grellingen gewandert. Diese kleine Schlucht ist wirklich wundersch\u00f6n, und bei dem hei\u00dfen Wetter eine echte Erholung im Schatten und am Bach zu laufen. Sascha war dann so angetan, dass es ein schnelles und k\u00fchles Bad im Bach genommen hat. In Grellingen angekommen merkten wir zwischen den H\u00e4usern wir warm es wirklich war. Wir mussten zudem auch noch den H\u00fcgel ein St\u00fcck hoch wandern bis in den Wald. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_4992.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2474\" width=\"310\" height=\"267\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>An einer Burgruine oberhalb von Pfeffingen hatten wir einen sch\u00f6nen Ausblick \u00fcber Basel bis in den Schwarzwald und dem Feldberg. Wir waren am Tagesziel angekommen, am Rand von Basel und den Randd\u00f6rfern. Da ich in Binningen aufgewachsen bin haben wir noch einen kleinen Abstecher zu meiner ersten Schule gemacht, bevor wir zur Verena nach Riehen bei Kleinbasel gefahren sind. Sie hatte uns eingeladen bei ihr das Wochenende zu verbringen, anstatt auf einem Campingplatz.&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Samstag 18.August Ruhetag<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_4999.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2475\" width=\"310\" height=\"251\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Es ist sehr warm. Mona, Martin und Sascha sind heute\nunterwegs und schauen sich Basel an. Ich bin nach dem Fr\u00fchst\u00fcck nach L\u00f6rrach\ngefahren um Wasser, Brot, Obst und meinen deutschen mobilen Internetzugang zu\norganisieren. Es war brechend voll und es wurde immer w\u00e4rmer. Als ich dann\nzur\u00fcck war, fiel mir ein, dass ich eine bessere Wanderkarte f\u00fcr die n\u00e4chsten\nTage organisieren wollte. Den Rest des Tages sitze ich im Garten von Verena und\narbeite in meinem Outdoor B\u00fcro. Diverse Email gilt es zu beantworten, die\nn\u00e4chsten Tage zu planen, das Tagebuch zu aktualisieren, oder den Vortrag f\u00fcr\nDienstag am Naturschutzzentrum Feldberg vorbereiten. Eigentlich m\u00fcssten wir\nauch den Bus mal komplett ausr\u00e4umen, und sauber machen, aber bei den\nTemperaturen hat dazu keiner wirklich Lust. Jedenfalls ist Bergfest und am\nAbend gehen wir gemeinsam Essen und laden die Verena ein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sonntag 19.August<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5022.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2476\" width=\"310\" height=\"267\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Von der Burg R\u00f6ttel bei L\u00f6rrach steigen wir wieder in die\nExpedition ein. Von dort kann ich \u00fcber Basel hinwegschauen bis ins Jura und dem\nEndpunkt am Freitag. Welche Passagen genau \u00fcber den Rhein f\u00fcr W\u00f6lfe oder Luchse\nm\u00f6glich w\u00e4ren muss ich mir bei Gelegenheit genauer anschauen mit dem Wagen.\nHeute haben wir nur eine etwa 12km weite Strecke vor uns bis nach\nSchl\u00e4chtenhaus. Am Anfang kamen uns viele Wanderer entgegen und, doch nach etwa\n5km wurden es stets weniger. Nur noch einige Radfahrer waren dort unterwegs.\nWas aber sofort auff\u00e4llt im Vergleich zum Jura ist, dass es wieder mehr\nWaldbereiche gibt auch auf den Kuppen. Keine gro\u00dffl\u00e4chigen Rinderweiden, die\n\u00fcberall abgez\u00e4unt sind. Auch die Flanken der bewaldeten H\u00fcgellandschaft sind\nnicht so steil. Wir wandern zum Teil durch einen Bannwald und zum gr\u00f6\u00dferen Teil\ndurch Forstw\u00e4lder. Laubb\u00e4ume \u00fcberwiegen. Etwa um 15Uhr kommen wir in\nSchl\u00e4chtenhaus an und warten dort auf das SWR Team. Martin und Mona warten\nschon seit 13 Uhr auf uns. Heute und morgen haben wir einige Drehtermine f\u00fcr\neine SWR Produktion zum Thema R\u00fcckkehr der W\u00f6lfe nach Baden-W\u00fcrttemberg. Die\nk\u00f6nnen aus Kostengr\u00fcnden nicht mehrere Tage dabei sein, also haben wir am Abend\nein Abendlager im Wald aufgebaut und dort zu drehen und f\u00fcr Aufnahmen am fr\u00fchen\nMorgen ein zweites Lager an einem anderen Standort. Dort haben wir auch\n\u00fcbernachtet, oberhalb von Hofen auf einer kleinen Wiese. Die Anwohner waren\nsehr nett und haben es uns erlaubt. Toll, mit Aussicht \u00fcber das Tal und zu den\numliegenden W\u00e4ldern. Drei junge Bullen haben uns zugeschaut.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Montag 20.August<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5046.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2477\" width=\"310\" height=\"256\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die Nacht war ruhig, gelegentlich schwirrte eine M\u00fccke\nvorbei. Wir mussten sozusagen liegen bleiben bis das SWR Team wieder da war,\ngegen 7:30. Dann wurden Sascha und ich am Tarp gefilmt, beim Fr\u00fchst\u00fcck. Nach\neiner kurzen Wanderung, etwa 3km haben wir noch einige Wanderaufnahmen gedreht\nund Interviews. Es wurde wieder sehr hei\u00df. So um 12:30 hat uns das SWR Team\nwieder verlassen. Jetzt mussten wir ein St\u00fcck der Strecke mit dem Auto\n\u00fcberbr\u00fccken, um wieder in den Tagesplan zur\u00fcckzukommen. Au\u00dferdem wollte ich\nwegen der Hitze nicht vor 17Uhr weitermarschieren. Etwa 5km vor Sch\u00f6nau sind\nwir dann aufgebrochen zu unserem Nachtlager irgendwo bei Sch\u00f6nau. Ein Gewitter\nzog auf weshalb wir dann doch schon vor 17 Uhr los sind. Oberhalb von Sch\u00f6nau\nhaben wir ein tolles Pl\u00e4tzchen an einer kleinen Schutzh\u00fctte gefunden.\nAllerdings war recht fr\u00fch dort. Shira wollte wegen dem Gewitter keinen Schritt\nweiter gehen und nach meiner Berechnung waren es bis zum morgigen Ziel, dem\nFeldberg nur noch etwa 20km. Den Feldberggipfel konnten im Dunst in der Ferne\nsehen. Es ist sehr dr\u00fcckend, es blitzt und donnert, aber fast ohne Regen. Ein kr\u00e4ftiger\nSchauer h\u00e4tte ein wenig Abk\u00fchlung f\u00fcr die Nacht gebracht. Der kam aber weder am\nAbend noch in der Nacht. Sascha hat mit Loui in der H\u00fctte geschlafen und ich\nvor der H\u00fctte unter dem Vordach. So mussten wir kein Tarp aufbauen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dienstag 21.August<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5064.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2478\" width=\"310\" height=\"267\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5084.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2480\" width=\"310\" height=\"267\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Der Himmel ist fast wolkenlos und wieder wird es warmer Tag folgen. Unser Ziel ist in der Ferne sichtbar. Eigentlich fragt man sich wie man es denn an einem Tag bis dorthin schaffen soll.&nbsp; Nach dem gem\u00fctlichen Fr\u00fchst\u00fcck wandern wir durch Sch\u00f6nau bis Utzenfeld. Dort treffen wir Martin und Mona und packen um auf leichte Rucks\u00e4cke. Bis Todtnau ist es flach und wir nehmen den Wiesentalweg. Ein leichter und entspannter Spaziergang. Bei Todtnau treffen wir nochmals den Martin, denn ab hier m\u00f6chte die Mona mitwandern. Die Shira lasse ich im Auto wegen der zunehmenden Hitze. Ich entscheide mich daf\u00fcr durch die W\u00e4lder \u00fcber den Bergr\u00fccken zum Feldberg zu wandern. Die Alternative w\u00e4re den Wiesentalweg hochzuwandern. Am Abend gestalte ich einen spontanen Vortrag am Naturschutzzentrum Feldberg. Deshalb m\u00f6chte ich m\u00f6glichst fr\u00fch am Nachmittag oben sein. Der Wanderweg ist zum gr\u00f6\u00dften Teil sch\u00f6n zu laufen. Wir bemerken aber auch, dass wir zunehmend durch Fichtenw\u00e4lder wandern, je h\u00f6her wir kommen. F\u00fcr Wolf und Luchs ist das kein Problem. Die Bilder zeigen auch, dass rings herum viel Wald steht. Erst am Feldberg auf 1350m angekommen \u00f6ffnet sich der Wald, und wir stehen vor Wiesen, f\u00fcr die Almwirtschaft, und vor den Skiliften. Es ist hier oben sehr touristisch. W\u00e4hrend Sascha und Mona noch bis zum Gipfel gehen, marschiere ich direkt zum Auto und dem Naturschutzzentrum. Es ist jetzt 15Uhr und nach etwa 30min Pause nehme ich eine schnelle Dusche und habe jetzt maximal 3 Stunden Zeit, um aus etwa 1000 Bildern einen Vortrag aufzubauen \u00fcber die Expeditionserlebnisse selbst und aus meinen \u00e4lteren Vortr\u00e4gen einige Elemente f\u00fcr aktuelle Fragen zum Wolf oder Luchs vorzubereiten. Ich war derart konzentriert, dass ich kaum wahrgenommen haben, als Martin mir ein paar Schnittchen vorbeigebracht hatte, denn gegessen hatte ich noch nicht viel. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5102.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2481\" width=\"310\" height=\"267\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Nach vielem hin und her und verzweifelten Versuchen, dass Pr\u00e4sentationsprogramm meinen W\u00fcnschen entsprechend anzupassen hatte ich um 19Uhr alles vorbereitet. Nur die Kommunikation zwischen dem Beamer und meinem Netbook, wollte nicht funktionieren. Dann, als wir schon den Hauseigenen Laptop nehmen wollten, klappte es. Das ist der \u00fcbliche Wahnsinn vor Veranstaltungen. Der Raum war voll, und es waren J\u00e4ger, Landwirte, F\u00f6rster und viele andere Interessierte dabei. Es wurde ein spannender und interessanter Vortrag, f\u00fcr mich, aber offensichtlich auch f\u00fcr das Publikum. Die Nacht konnten wir dann hinterm Haus verbringen. Die wurde auch spannender als gedacht.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mittwoch 22.August<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5117.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2482\" width=\"310\" height=\"267\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Mona, Martin und ich wollten die Nacht ohne Zelt oder Tarp unter dem gro\u00dfartigen Sternenhimmel verbringen. Sascha war unter dem Tarp. Die Heringe lie\u00dfen sich nur schlecht in den sehr harten Boden verankern. Ich hatte ihm gesagt, dass es vermutlich f\u00fcr st\u00e4rkere B\u00f6en nicht ausreichen w\u00fcrde. Es war allerdings total windstill und relativ warm. Um 1:30 kam etwas Wind auf, und es begann tats\u00e4chlich zu regnen. Im Osten blitze es unaufh\u00f6rlich, aber der Himmel war bis auf ein paar Wolken noch relativ klar. Martin und Mona, die keinen Regenschutz hatten, haben sich auf die \u00fcberdachte Terrasse beim Naturfreundehaus verzogen. Da ich meinen Biwaksack hatte, bin ich liegen geblieben, und habe nur meinen Rucksack ins Auto gebracht. Es regnete nur ganz kurz, daf\u00fcr kam dann der Wind, kaum als ich mich wieder in den Biwaksack verkrochen hatte. Der Wind wurde immer st\u00e4rker, fegte zwar die Wolken weg, aber ich konnte kaum ein Auge schlie\u00dfen, weil ich erwartet habe, dass jederzeit die Heringe vom Tarp sich l\u00f6sen w\u00fcrden. So ging es Stunde um Stunde, mal kam der Wind von links mal von rechts. Ich habe das Tarp bei jeder neuen B\u00f6e flattern geh\u00f6rt, und sofort hingeschaut. Erstaunlich, es hielt Stand bis zum Morgen. Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck ging es dann zum Feldsee hinunter und weiter bis nach Hinterzarten. Eine nette Strecke. Ab Hinterzarten sind Sascha und ich mit vollem Gep\u00e4ck weiter, wieder hinauf auf etwa 1100m H\u00f6he. Wald ist \u00fcberall, selbst dort wo Geh\u00f6fte und Weideland ist, ist der Wald nah. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5141.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2483\" width=\"310\" height=\"267\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Doch im Wesentlichen besteht jetzt der Wald \u00fcberwiegend aus Fichtenw\u00e4lder. Wir folgen im meistens dem Westweg und erst am Abend nehmen wir einen anderen Weg, um ein Lager zu finden. Unser Problem ist das Wasser. Entlang der Wanderwege gibt es nur sehr wenige Brunnen, und die meisten B\u00e4che werden irgendwie umgangen. Bei den Temperaturen ist es f\u00fcr unsere beiden Hunde schon recht unangenehm, aber sie halten tapfer durch. Bei einem alten Bauernhof, unweit von Waldau, zeigt uns die B\u00e4uerin die Quelle f\u00fcr den Hof. Etwas unterhalb stehen die Geb\u00e4ude des kleinen Skiliftes. Wegen der N\u00e4he zum Wasser entscheiden wir uns dort zu lagern. Das war auch ganz gut so. Leider wurde irgendwie das Ventil von meiner Isomatte besch\u00e4digt, vielleicht irgendwo im Auto. Jedenfalls war die Folge, dass ich praktisch auf dem harten Boden schlafen musste, auf einer platten Isomatte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Donnerstag 23.August<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5163.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2484\" width=\"310\" height=\"267\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die Nacht war hart und wenig gem\u00fctlich. Weil oberhalb des kleinen Baches die Rinder und Pferde des Bauernhofs stehen, Ist es ratsam das Wasser abzukochen, so klar es auch aussehen mag. Ich habe ausreichend Tee gekocht, um den Rest in die Flaschen abzuf\u00fcllen f\u00fcr unterwegs. Bis zum Treffpunkt mit Martin und Mona wird es reichen. Um 9:30 warteten sie schon auf uns entlang dem Westweg. Jetzt mussten wir zun\u00e4chst den Freitag und Samstag planen. Martin und Mona m\u00fcssen aus privaten Gr\u00fcnden am Abend bis zum Samstag nachhause fahren. Damit sie den Zug in Offenburg bekommen k\u00f6nnen wir noch maximal bis um 17Uhr wandern. Am Samstag ist eh ein Ruhetag geplant und den Freitag muss ich irgendwie anders \u00fcberbr\u00fccken. Auch der Sascha f\u00e4hrt so einen Tag fr\u00fcher nachhause, schon am Freitag, anstatt am Samstag. Nachdem dass alles gekl\u00e4rt ist, wandern wir weiter mit leichtem Gep\u00e4ck und folgen dem Westweg. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5168.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2485\" width=\"310\" height=\"267\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Es ging vorbei an Furtwangen, dort habe ich k\u00fcrzlich die Schule besucht, und \u00fcber den Luchs erz\u00e4hlt. So wie gestern auch, marschierten wir zum gr\u00f6\u00dften Teil durch Fichtenw\u00e4lder und Weidelandschaft. Den Feldberg k\u00f6nnen wir im S\u00fcden noch sehen. Einzig die Steinhaufen mitten im Wald, wie Murmeln der Riesen stellen eine interessante Abwechslung dar. F\u00fcr Wolf, und Luchs spielt es keine Rolle, die k\u00e4men hier wunderbar zurecht. Wieder haben wir, bzw. die Hunde mit Wasserknappheit zu k\u00e4mpfen. Erst als wir uns dem letzten Abschnitt n\u00e4hern und bergab gehen, finden wir entsprechende Wasserstellen. In der N\u00e4he von Sch\u00f6nwald auf dem Parkplatz bei der Weissenbacher H\u00f6he ist das heutige Ziel. Wir waren dort kurz nach 16Uhr. Martin hatte allerdings M\u00fche, um die Stra\u00dfe dorthin zu finden, weil alle offiziellen Zufahrtsstra\u00dfen wegen Bauarbeiten gesperrt waren. Er kam erst kurz vor 17Uhr. Ich habe es dann gerade noch geschafft, die beiden bis um 18:20 zum Bahnhof zu bringen, und sie konnten den Zug um 18:28 erwischen. Sascha und ich sind zur\u00fcckgefahren, bis nach Schonach. Jetzt mussten wir uns einen Platz f\u00fcr die Nacht suchen. In Schonach erinnerte ich mich an den Wohnmobilstellplatz. Auch hier habe ich k\u00fcrzlich die Schule besucht. Sascha baute sich ein Zelt auf, und ich \u00fcbernachtete irgendwie im Auto. Die Isomatte konnte ich noch nicht reparieren. Kaum war Sascha im Zelt verschwunden, kam das gro\u00dfe Unwetter, mit Gewitter, heftigem Regen und starken Sturmb\u00f6en. Ich war gespannt wie Sascha die Nacht \u00fcberlebt. Das Zelt ist gut, hat aber schon 7 Expeditionen hinter sich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Freitag 24.August<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5206.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2486\" width=\"310\" height=\"278\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Es blitze und krachte wirklich die halbe Nacht. Der Regen und der starke Wind lies erst am Morgen etwas nach. Sascha kam mir mit Loui entgegen, als ich nachschauen wollte. Beide haben alles gut und trocken \u00fcberstanden, Auch wenn die Zeltplane vom Wind gelegentlich bis ins Gesicht gedr\u00fcckt wurde. Kaum hatte Sascha alles zusammengepackt, fing es wieder heftig zu regnen an. Sascha habe ich dann zum Bahnhof in Sankt Georgen gebracht und bin dann selbst zur\u00fcck nach Triberg gefahren. Hier werden die ganzen Kuckucksuhren aus dem Schwarzwald hergestellt. Au\u00dferdem ist hier der h\u00f6chste Wasserfall Deutschlands. Ich hatte gehofft, dass das Wetter schlecht bleibt, dann w\u00e4re ich zu dem Wasserfall gegangen. Am Ende war es mir zu touristisch, die Sonne schien und ich kaufte mir nur ein Eis, habe ein wenig am Computer gearbeitet und bin dann bei Hornberg zu einer kleinen Wanderung aufgebrochen. Die W\u00e4lder sind hier wieder reichhaltiger ausgestattet. Zum einen, weil es runter ist Tal geht und die H\u00e4nge steiler sind. So konnte ich zumindest ein kleines St\u00fcck der Region mir ansehen. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5231.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2487\" width=\"310\" height=\"271\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Es folgte allerdings ein Regenschauer nach dem anderen. Um 16Uhr bin ich dann auf den geplanten Campingplatz bei Kirnbach gefahren. Der ist in mehreren Terrassen angelegt, und von der Stra\u00dfe praktisch nicht sichtbar. Im Regen habe ich dann mein Zelt aufgebaut und noch im mobilen B\u00fcro gearbeitet. Ach ja, meine Isomatte habe ich noch versucht provisorisch abzudichten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Samstag 25.August<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5281.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2488\" width=\"310\" height=\"286\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die Isomatte scheint zu halten, wenn ich sie nicht prall\nf\u00fclle. Es regnete die ganze Nacht. Noch vor meinem Fr\u00fchst\u00fcck habe ich einen\nkleinen Spaziergang mit der Shira unternommen. Am Gegenhang ist ein gro\u00dfes\nRotwildgehege, und ein Dammwildgatter. Der Zaun h\u00e4lt zwar die Tiere drinnen,\naber ein Wolf k\u00f6nnte da hineinkommen, wenn er m\u00f6chte. Solche Zaunanlagen m\u00fcssen\nverbessert werden. Ansonsten gehe ich ein paar Lebensmittel und die n\u00e4chsten\nWanderkarten einkaufen in Wolfach. Schreibe das Tagebuch und bereite schon die\nn\u00e4chsten Aktivit\u00e4ten f\u00fcr den September vor. Um 16:15 kommen Mona und Martin\nzur\u00fcck, die ich am Bahnhof in Hausach abhole. Zum Abendessen bereiten wir\nPolenta, mit Pfifferlingen, und diversem Gem\u00fcse. Sehr lecker. Doch kaum sind\nwir fertig, f\u00e4ngt es leicht an zu regnen. Es k\u00fchlt deutlich ab und der Wind\nwird st\u00e4rker. Auch in der Nacht regnet es regelm\u00e4\u00dfig. Da bin ich ja mal\ngespannt, wie es morgen wird. Angeblich soll es besser werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sonntag 26.August<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5304-1024x951.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2489\" width=\"310\" height=\"238\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Der Himmel klart auf und ich entscheide mich dazu keinen Regenschirm auf der heutigen Etappe mitzunehmen. Bis kurz nach 9Uhr haben wir alles beisammen und an der Rezeption wartet wie abgesprochen Karin. Karin nimmt heute als Tagesgast teil. Auch an den beiden folgenden Tagen k\u00f6nnen Tagesg\u00e4ste mitwandern. Gleich zu Beginn sitzt ein wenig scheues Eichh\u00f6rnchen neben mir im Baum, lange genug, um ein Foto machen zu k\u00f6nnen. Als ich das Kirnbachtal runter laufe, stelle ich fest, dass es im gesamten Tal Wildtiergatter gibt. Man sollte schon jetzt daran arbeiten diese Gatter Wolfsicher zu machen. Das muss man sich bei jedem Gatter genau anschauen. Karin hat Ihr Auto nach Wolfach gefahren, um sp\u00e4ter schneller wieder ans Auto zur\u00fcckzukommen. Dann fing es an zu regnen, und es blies ein kr\u00e4ftiger k\u00fchler Wind. Es sind aber immer nur kurze Schauer. Es lohnt sich kaum die Regensachen alle anzuziehen. Also stellen wir uns immer mal wieder unter einen Baum. Als wir im Wald waren wurde es etwas w\u00e4rmer und der Regen wurde zum Teil von den B\u00e4umen abgefangen. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5314.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2490\" width=\"310\" height=\"267\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Schon gleich stelle ich fest, dass die W\u00e4lder hier anders, bzw. reichhaltiger strukturiert sind. Sehr lustig sieht es dort aus, wo nur Fichten stehen, von unten aber nur Tannen und Laubb\u00e4ume nachwachsen, nur ganz wenige Fichten. Der Westweg ist ebenfalls sehr sch\u00f6n zu laufen, schmale Pfade durch den Wald, und nur manchmal eine breite Forststra\u00dfe. Es sind deutlich mehr Wanderer unterwegs und die H\u00fctten, die wir passieren sind zum Teil bewirtschaftet. Karin stellt fest, dass sie gar nicht wusste wie viel Wald hier \u00fcberall ist. Bei jedem Aussichtspunkt schaut man \u00fcber eine \u00fcberwiegend bewaldete Mittelgebirgslandschaft. Die kleinen Siedlungen und Weidelandschaften fallen kaum auf. Damit trifft sie den Kern der Sache, die eben auch f\u00fcr Luchs, und auch f\u00fcr den Wolf von Vorteil sind. Bis zum Harkhof, wandern Karin mit. Dort muss sie wieder ins Dorf, um an ihr Auto zur\u00fcckzukommen. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5329.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2491\" width=\"310\" height=\"267\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Ich wandere die restlichen 7km allein, beobachte einen Schwarzspecht, der immer vor mir von Baum zu Baum fliegt, mehrere Eichh\u00f6rnchen und einen Dreizehenspecht. Leider konnte ich sie nicht fotografieren, weil es regnete, ich meinen Regenschirm nicht dabeihatte oder ich bei den dunklen Lichtverh\u00e4ltnissen nicht nah genug herankommen konnte. Anfangs hatten wir sehr viele Brombeeren, und dieses nicht heimische Springkraut aus Asien. Als wir \u00fcber 700m hoch waren immer \u00f6fter Heidelbeerstr\u00e4ucher zu finden. Teilweise war der ganze Wald voll, und es sah wie ein gutes Habitat f\u00fcr Auerwild aus. Nach dem vielen Regen habe ich leider keine Spuren oder Hinweise finden k\u00f6nnen. Um 17:15 erreichte ich unseren Treffpunkt am Freiersberger Tor.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Montag 27.August<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5351.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2492\" width=\"310\" height=\"232\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5349.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2493\" width=\"310\" height=\"309\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die Nacht war ausgesprochen k\u00fchl. Da wir unter dem Vordach der H\u00fctte schlafen konnten, blieben unsere Tarps und Zelte trocken im Auto.&nbsp; Unsere beiden G\u00e4ste vom Vorabend hatten unter ihrem Tarp, dass sie im Wald aufgestellt hatten Besuch von einer Maus. Die Maus hat ihnen die Schokolade geklaut. Heute wandert Mona mit und wir wandern zun\u00e4chst zum Glaswaldsee. Ein Karsee aus der Eiszeit. Diese Seen wurden sp\u00e4ter angestaut als Schwellbecken um das Holz mit einem Schwung ins Tal \u00fcber den Bach abtransportieren zu k\u00f6nnen. Rings herum stehen eigentlich nur Fichten. Weiter ging es dann auf dem Westweg \u00fcber schmale Pfade abwechselnd durch W\u00e4lder und so halb \u00fcberwucherten Grinden und vom Sturm gef\u00e4llte ehemaligen Waldfl\u00e4chen. Grindenfl\u00e4chen sind alte Rinderweiden auf den Kuppen vom Schwarzwald. Einige davon werden noch offen gehalten andere wachsen wieder zu. Um 12 Uhr waren wir an dem alten Hotel Alexanderschanze. Dort hat Martin schon auf uns gewartet und wir machten eine Stunde lang Mittagspause. Dann folgten die zweite Etappe des Tages \u00fcber 16km bis zum Naturschutzzentrum Ruhestein. Die Aussicht \u00fcber den Schwarzwald ist fantastisch. Wir k\u00f6nnen bis in die Vogesen schauen, \u00fcber Stra\u00dfburg hinweg. Auf den Bildern erkennt man nochmals auch den Unterschied zum Jura. Wir streifen den Lotharpfad, ein Lehrpfad zum Sturm und wie sich der Wald nun selbstst\u00e4ndig erholt. Zum Teil haben wir die sch\u00f6ne Grindenlandschaft, die noch mit Rindern offen gehalten wir als Naturschutzma\u00dfnahmen. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5406.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2494\" width=\"310\" height=\"267\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Wir befinden uns jetzt in den Schutzgebietsregionen im Naturpark Nordschwarzwald. Hier beginnt dann auch der Suchraum f\u00fcr den angedachten zuk\u00fcnftigen Nationalpark im Nordschwarzwald. Derzeit befindet man sich noch in der Diskussionsphase ob oder ob nicht und wenn er kommt, wo genau und wie soll alles organisiert werden. F\u00fcr Wolf und Luchs, ist ein Nationalpark im Prinzip viel zu klein. Zumal der aktuell besprochene nur eine Fl\u00e4che von etwa 100km\u00b2 haben soll. Das w\u00e4ren maximal 50% eines Wolfsrevieres. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5434.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2495\" width=\"300\" height=\"267\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Trotzdem k\u00f6nnte ein Nationalpark einen positiven Impuls im Bereich des wissenschaftlichen Monitorings geben und in anderen Bereichen die im modernen Wildtiermanagement, auch mit den gro\u00dfen Beutegreifern wichtig sind. \u00dcber einen Nationalpark lassen sich f\u00fcr gew\u00f6hnlich mehr Finanzmittel finden f\u00fcr solche Arbeiten. Kurz vor Ruhestein sto\u00dfen wir noch auf eine weitere Kuriosit\u00e4t. Dem Schwarzwalddrachen. Am Ruhestein selber erz\u00e4hle ich in lockerer Runde \u00fcber die Expedition, wir haben das einzige Lagerfeuer und schlafen im Tippi.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dienstag 28.August<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5437.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2498\" width=\"310\" height=\"267\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Nach unserer Nacht im von Kindern bemaltem \u201eIndianerzelt\u201c sind Annette und Marianne, zwei NAZ Rangerinnen mit mir zur heutigen Tagesetappe aufgebrochen. \u00dcber dem Wildsee, am \u00e4ltesten Bannwald Deutschlands schauen wir in ein vollkommen bewaldetes Tal hinunter. Wenn der Nationalpark kommen soll, wird dieser seit \u00fcber 100 Jahren nicht mehr bewirtschaftete Wald vermutlich zur Kernzone des Nationalparks im Nordschwarzwald werden. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5443.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2500\" width=\"310\" height=\"244\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Schon an diesem Wald erkennt man die wie sich die Zusammensetzung eines ehemaligen Wirtschaftswaldes in einen nat\u00fcrlichen Wald ver\u00e4ndert, und die viel h\u00f6here Artenvielfalt. Denn nur hier gibt es im Laufe der Jahrhunderte dann auch sehr alte B\u00e4ume, entsprechendes Totholz und verschiedene Baumarten in allen Altersklassen wild durcheinandergew\u00fcrfelt. Das ist die Voraussetzung f\u00fcr viele Lebensformen, die in einem Wirtschaftswald keine Chance haben. Auf dem Wanderweg kreuzen wir den Pfad eines Hundertf\u00fc\u00dfers. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5457.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2501\" width=\"310\" height=\"264\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Gegen Mittag erreichen wir dann die Hornisgrinde mit der Hochmoorlandschaft. Wiederum ein v\u00f6llig anderer Lebensraum mitten im Schwarzwald. Diese abwechslungsreiche Landschaft macht wirklich Spa\u00df zu durchwandern. Wir folgen dem Westweg weiter und kommen am alten Kurhotel am Hundseck vorbei. Dieses Haus wird seit etwa 30 Jahren nicht mehr genutzt.\u00a0 Wir wandern im Prinzip parallel zur Schwarzwaldhochstra\u00dfe, vorbei am Meliskopf nach Herrenwies. Ein kleines etwas verstreutes Dorf westlich von der Schwarzenbachtalsperre. An diesem Stausee will ich mein heutiges Lager aufschlagen. Meine beiden Begleiterinnen kehren zur\u00fcck nachhause. Ganz unerwartet, finden ich einen Platz, an dem wir ein gesamtes Lager, also mit Mona, Martin und dem Backupfahrzeug aufschlagen k\u00f6nnen. Jetzt stehen noch drei Wandertage bis nach Pforzheim an, und wir entspannen uns mit der tollen Aussicht.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mittwoch 29.August<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5491.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2502\" width=\"310\" height=\"267\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Wir haben uns heute Morgen viel Zeit gelassen. Erst kurz nach 10 Uhr bin ich aufgebrochen mit vollem Gep\u00e4ck. Bis nach Forbach ist der Weg einfach, und f\u00fchrt durch einen typischen Forstwald, \u00fcberwiegend mit Fichtenw\u00e4lder. Auf diesen ersten 6 km waren \u00fcberraschend viele Brunnen und H\u00fctten. Forbach liegt auf etwa 340m H\u00f6he. Auch die Schule in Forbach habe ich 2011 mit einem Luchsvortrag besucht. Als ich in Forbach ankam waren Martin und Mona schon dort. Ich habe aber nur den Wagen gesehen, die waren bestimmt gerade einkaufen. Es war recht sonnig und auf der anderen Seite bevor ich auf 980m wieder ansteigen musste habe ich eine Mittagspause eingelegt mit Blick ins Murgtal. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5510.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2503\" width=\"310\" height=\"267\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5525.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2504\" width=\"310\" height=\"267\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Der Wanderweg hoch war sch\u00f6n, aber auch doch etwas steiler als ich gedacht hatte. Es gab hier aber sch\u00f6ne Aussichtsfelsen. Ich nehme mir insgesamt viel Zeit, weil ich davon ausgehe, dass weder die Streckenl\u00e4nge noch der Weg selbst besonders anstrengend sein wird. Oben angekommen durchwanderte ich eine Moorlandschaft. Sehr sch\u00f6n, doch es war jetzt bereits nach 16 Uhr, und es gab keine Brunnen oder B\u00e4che. Sowohl Shira ben\u00f6tigt Wasser als auch ich muss einen Platz finden wo ich Wasser f\u00fcr den Abend und morgen fr\u00fch haben werde. Obwohl es eigentlich ein Umweg ist, wandere ich bis zum Naturschutzzentrum Kaltenbrunn. Doch auch hier finde ich keinen Brunnen. Deswegen entscheide ich mich daf\u00fcr den Westweg zu verlassen und in ein Tal zum Eyachbach abzusteigen. Es zog sich, und als ich dann endlich auf dem richtigen Forstweg war, kreuzte ein Reh unseren Weg. Unten angekommen war ein Brunnen, arg vermoost und mit vielen Algen. Daf\u00fcr war aber auch der Bach, der sich traumhaft durch das Tal schl\u00e4ngelte. Alte Wiesen die langsam zuwuchern mit Kastanien s\u00e4umten den Bach. Wildschweine taten ihres dazu als G\u00e4rtner, und zerw\u00fchlten die Wiesen, insbesondere unter den Kastanien. Trotzdem fand ich ein sch\u00f6nes Pl\u00e4tzchen direkt am Bach und halb unter einer Kastanie, aber ohne den Kastanien selbst. Die neigen \u00fcblicherweise dazu herunterzufallen und k\u00f6nnen mit der stacheligen Schale das Tarp besch\u00e4digen. \u00dcberall waren die Spuren der Wildschweine zu sehen. Dem Wetter traute ich nicht so ganz \u00fcber den Weg. Es war klar fast wolkenfrei. Trotzdem h\u00e4ngte ich das Tarp in den Baum und spannte es seitlich ab. Das war, wie sich sp\u00e4ter feststellte die richtige Entscheidung.\u00a0\u00a0 <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Donnerstag 30.August<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5559.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2505\" width=\"310\" height=\"345\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Irgendwann in der Nacht wurde ich geweckt von dem nahenden Gewitter. Es rollte aus dem S\u00fcden heran. Es muss schon eine ganze Weile geblitzt haben, ohne dass ich es bemerkt hatte. Es war kurz nach Mitternacht. Zun\u00e4chst tr\u00f6pfelte es nur, und ich hatte den Eindruck, dass das Gewitter westlich an uns vorbeizog. Shira war wach, und sichtbar unruhig, wie immer bei einem Gewitter. Das Tarp und ihre Mulde reichte ihr scheinbar als Schutz. Dann kamen der Wind und der Regen, dass Gewitter kam zur\u00fcck und es krachte recht heftig einige male in der N\u00e4he. Da ich das Tarp recht hoch aufgespannt hatte, musste ich noch den Regenschirm als seitliche Schutz nutzen. Der Wind trieb den Regen etwas zu weit unter das Tarp. Dann war alles Sicher und ich konnte den prasselnden Regen auf meinem Dach im warmen Schlafsack genie\u00dfen. Nach 1 Stunde war alles wieder vorbei. Am Morgen war es nebelig und relativ k\u00fchl. Schon gegen 8 Uhr hatte ich alles verstaut und wanderte gem\u00fctlich das Tal hinunter. Einen jungen Rehbock konnte ich beobachten. Die Farben waren auf den Wiesen schon sehr herbstlich. Bei der Ayachm\u00fchle angekommen, entschied ich mich nach Dobel hoch zu laufen, um aus meinem Funkloch herauszukommen. Es ist jetzt kurz vor Mittag als ich oben angekommen bin und kaum hatte ich meine SMS an Martin verschickt, wo er denn gerade ist, kam er mit Mona und dem Wagen ebenfalls dieselbe Stra\u00dfe hoch. Auch die beiden haben allerdings weiter unten im Tal \u00fcbernachtet. Nach einer langen Pause entscheide ich mich dazu noch bis nach Dennach zu wandern. Dort wollen wir ein unser letztes Camp dieser Expedition aufschlagen. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5577.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2506\" width=\"310\" height=\"267\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Zwischen Dobel und Dennach wandere ich an interessanten Blockfelsformationen vorbei, und brauche wegen der Fotos unterwegs viel l\u00e4nger als angek\u00fcndigt. Allerdings haben wir auch viel Zeit. In Dennach angekommen, treffe ich Martin, und Mona erz\u00e4hlt mir ganz kurz, dass hier jemand sei, der unser Projekt spannend findet und sich mit mir \u00fcber den geplanten Nationalpark unterhalten m\u00f6chte. Kaum angek\u00fcndigt, h\u00e4lt ein \u00e4lterer Herr mit seinem Wagen neben uns und wir kommen ins Gespr\u00e4ch. Er ist gegen den Nationalpark, erz\u00e4hlt er mir und erl\u00e4utert mir seine Gr\u00fcnde. Ich erkl\u00e4re ihm, warum ich einen Nationalpark f\u00fcr sinnvoll und wichtig halte und wir sprechen \u00fcber die einzelnen Standpunkte in einer sehr lockeren und freundlichen Atmosph\u00e4re. Seine Bef\u00fcrchtung ist insbesondere die, dass man dann alles m\u00f6gliche nicht mehr machen darf. So wie er es wohl vor etwa 40 Jahren beim Nationalpark bayerischer Wald erlebt hat. Wie dem auch sein, wir haben unsere gegenseitigen Standpunkte und Meinungen respektiert und uns dann verabschiedet. Martin, Mona und ich haben dann einen Platz zwischen Dobel und Dennach gefunden wo wir unser letztes Camp gemeinsam verbringen konnten. Da wieder einmal die Netzverbindung sehr schlecht war, musste ich ins Dorf fahren, um ins Internet zu kommen. Dabei habe ich f\u00fcr das Abendessen gleich noch Pfifferlinge gekauft.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Freitag 31.August<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5614.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2507\" width=\"310\" height=\"250\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5658.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2508\" width=\"310\" height=\"322\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Heute ist der letzte Tag der Expedition. Es ist stark abgek\u00fchlt, auf 12\u00b0C in der Nacht. Ich habe unter einem Baum mit meinem Biwaksack geschlafen, Mona und Martin im Zelt. Von hier ging es zun\u00e4chst nach Neuenb\u00fcrg. Ich wollte zur Enz hinunter und ihr folgen. Laut meiner Wanderkarte sollte es eigentlich recht leicht sein, und ich habe einige Abk\u00fcrzungen auf eingezeichnete Pfade die Quer zu den Wanderwegen verliefen genommen. Wie so oft, entpuppten sich diese Abk\u00fcrzungsidee, zum Gegenteil. Ich musste praktisch quer durch den Wald laufen, weil nichts zueinander passte. Die sogenannten Pfade waren kaum zu sehen und zugewachsen, und einige der Wanderwege existierten in der eingezeichneten Form \u00fcberhaupt nicht mehr. Es zum Teil nicht nur sehr steil, sondern viele \u00c4ste und Ger\u00f6ll machten gerade an den steilen Stellen den Abstieg gef\u00e4hrlich. Man konnte schnell in einer Fu\u00dfangel h\u00e4ngen bleiben oder der lose Untergrund konnte nachgeben. Fast unten angekommen, stand ich vor den abgez\u00e4unten G\u00e4rten, und musste nochmals ein St\u00fcck am Bach durch das Gestr\u00fcpp hochlaufen, um \u00fcber den Bach zu kommen. Dort war dann wieder einer der eingezeichneten Wanderwege. Ich h\u00e4tte schon um 10:30 in Neuenb\u00fcrg sein k\u00f6nnen, war aber wegen diesen unerwarteten Hindernissen erst kurz nach 11 Uhr dort. Dort erwartete mich dann schon eine Mitarbeiterin, der Forstverwaltung Calw, um mich bis nach Pforzheim zu begleiten und mit mir \u00fcber meine Aktivit\u00e4ten am 8.und 9.September auf der Landesgartenschau in Nagold zu besprechen. Dieses letzte St\u00fcck an der Enz entlang bis Pforzheim war sehr unterhaltsam und entspannt. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5678.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2509\" width=\"310\" height=\"289\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Wir haben \u00fcberhaupt nicht bemerkt, wie schnell wir das Endziel der Expedition am goldenen Tor am Westweg in Pforzheim erreicht haben. Nach 4 Wochen bin ich nun vom Lago Maggiore bis nach Pforzheim gewandert und habe einen interessanten Eindruck von dieser letzten Etappe meiner Alpenexpedition mitbekommen. Aus meiner Sicht komme ich zu dem Schluss, dass auf dieser Strecke der Schwarzwald die geeignetste Region f\u00fcr W\u00f6lfe und Luchse ist. Insbesondere dann, wenn ich die Perspektive dieser Wildtiere einnehme. Eine Zusammenfassung der gesamten Expedition und meinen Eindr\u00fccken zu den verschiedenen Lebensr\u00e4umen, dem m\u00f6glichen Konfliktpotential und welche Vorkehrungen schon getroffen worden sind, um Konflikte zu minimieren wird bis zum Ende des Jahres von mir geschrieben werden.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5692.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2510\" width=\"310\" height=\"347\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Ganz ausdr\u00fccklich m\u00f6chte ich mich hier nochmals bei Mona und Martin f\u00fcr ihre Unterst\u00fctzung als Backup Team bedanken. Bedanken m\u00f6chte ich mich auch bei allen Teilnehmern und Freunden, die mich und das gesamte Team unterst\u00fctzt haben und bei meinen Sponsoren die mir seit Jahren die Ausr\u00fcstung zur Verf\u00fcgung stellen. Schon w\u00e4hrend meinem Abschlusseis denke ich \u00fcber meine n\u00e4chste Expedition nach. Ich f\u00fchle mich ausgesprochen fit und gut.\u00a0\u00a0 <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5704.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2511\" width=\"400\" height=\"322\" srcset=\"https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5704.jpg 800w, https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5704-300x241.jpg 300w, https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5704-768x617.jpg 768w, https:\/\/wordpress.derwegderwoelfe.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IMG_5704-373x300.jpg 373w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/figure><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Online Tagebuch Alpenexpedition 2012 3.August: Anreise Vom Schwarzwald zum Lago Maggiore ist es eigentlich nicht sehr weit. 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